Von der Stiftung des Sabbaths.
1 B. Mos. 2, 3.
ÄUarc. 2. 27. spricht Christus: der Sabbath sey gemachtum des Menschen willen, und nicht der Mensch umdes Sabbathes willen. Moses aber schweiget hier vondem Menschen stille, und saget nicht, daß der Sabbath demMenschen geboten sey; sondern das saget er, daß Gott den Sab-bath gesegnet und ihn geheiliget habe. Solches hat er an keinerandern Creatur gethan. Den Himmel und Erde oder einige an-dere Creatur hat er ihm nicht geheiliget, ohne allein den sieben-ten Tag hat er ihm geheiliget. Dieses gehöret sonderlich dahin,daß wir daraus verstehen lernen ^ daß der siebente Tag sürnem-lich dem Gottesdienst gebühre und zugeeignet werden soll. Dennheilig heißet, das von allen andern Creaturen abgesondert undGott zugeeignet ist, und heiligen heißet, zum heiligen Gebrauchoder Gottesdienste erwehlen und absondern, wie diese Art zu re-den Moses oft gebrauchet, als, wenn er von heiligen Gefässenredet.
Es folget derohalben aus diesem Text, daß, wenn Adamgleich in seiner Unschuld gestanden und geblieben wäre, so hatteer doch den siebenten Tag heilig gehabt, das ist, er hatte darin-nen seine Nachkommen gelehret von Gottes Willen und Gottes-dienst, hatte Gott gelobet, gedancket, geopffert u. s. w. Die an-dern Tage hatte er das Land gebauet, des Viehes gewartet,u. s. w. Ja, er hat auch nach dem Fall diesen siebenten Tag hei-lig gehalten, das ist, er hat am selben Tage seine Kinder geleh-ret, wie da zeuget das Opffer seiner Söhne Cains und Abels.Derohalben ist der Sabbath vom Anfang der Welt zum Gottes-dienst verordnet. Und also hatte die menschliche Natur, wo siein ihrer Unschuld und Erbgerechtigkeit geblieben wäre, GottesEhre und Wohlthat gerühmet, und hätten die Menschen amSabbath mit einander geredet von der unaussprechlichen Gütig-keit Gottes ihres Schöpffers, hätten geopffert, gebetet u. s. w.Denn biß alles bedeutet und schleust in sich das Wort: heiligen.
Weiter wird in diesem Wort: ruhen, auch bedeutet undangezeiget die Unsterblichkeit des menschlichen Geschlechts, wiedenn die Epistel zum Ebraern Cap. 3, 18. fein meisterlich dsipu-tiret von der Ruhe Gottes aus dem 95. Psalm v. 11- Sie