Druckschrift 
Friedrich Wilhelm der Dritte
Entstehung
Seite
260
Einzelbild herunterladen
 

Versteuerung oder eines gesetzlichen Ankaufs geführtist- *)

Vergleicht man die preußischen Zoll- und Verbrauch-steuergesetze mit den brittischen, so wundert man sichüber die große Milde, die in ihnen zu finden ist. DieEngländer würden aber ganz erstaunt scyn und nichtwissen woher ihnen auf einmal die Urbanität ins Landkäme, wenn bei ihnen das preußische Abgabensystcm ein-geführt würde.

Alles dieses rührt vom Rcprascntativsystcmc her.Weil das Gemcincwesen starker ist, so unternimmt esdesto mehr, und weil es mehr unternimmt, so muß esseine Bürger mehr anstrengen, und höhere Abgaben vonihnen fordern.

Eben so ist es mit der Prcßfreihcit. Wenn manbei uns mit den Schriftstellern so umgehen wollte, wiein England und Frankreich, man brachte die ganze Hu-manität des Zeitalters gegen sich auf, und des Geschreiswürde kein Ende werden. Wenn man in Deutschlandeinen Schriftsteller zu vier Jahre Gcfangniß und 2000Thlr. Strafe verurtheilcn wollte, so würde jedermann

*) Em englisches Handelshaus, das irgend bedeutende Geschäftemacht, muß sich einen besonder« Comptoirbedientcn halten,der nichts zu thun hat, als seine Geschäfte mit der Douaneund der Accise abzumachen. Unter Pitt sind alle Zoll- undAcciscgesetze umgearbeitet und so vereinfacht worden, wie siegegenwärtig bestehen. Die Hebungskostcn der englischen Zölleund Accise sind vcrhältnißmäßig geringe. Dieses rührt daher,daß die Maaren sich an wenig Orten vereinigen z. B. in denHafen, wo also die Hebung groß, und die Aufsicht leicht ist.So hat in Berlin die Accise nie mehr als Z5 x. L. Hebeko-sten gehabt.