Diese königliche Ehe hat ungemein zur Herstellungder Sitte in einem Lande beigetragen, wo die Gesetzge-bung über die Ehe sehr unvollkommen ist, wo dieScheidungen so leicht und häufig sind, wie in Frankreichwahrend der Revolution, indem mau die Ehe als einenbloßen bürgerlichen Contract ansah, der auf un-bestimmte Zeit abgeschlossen worden.
Dann hat das einfache hausliche Leben des Königsmit seiner Gemahlin und seinen Kindern, in den höhe-ren Standen sehr als Beispiel gewirkt, und verbundenmit den großen Ereignissen der Zeit, wo so manchesGlück gefährdet wurde, das man früher für völlig uner-reichbar hielt, hat es sehr dazu beigetragen, daß auchin diesen sich einfache hausliche Sitte allgemein verbreitethat. — Die Höfe zeigen nicht mehr den eitlen Prunk,wie in frühern Zeiten, die Grandezza bewegt sich nichtmehr so regelrecht und in so breiten Formen, Andernund sich selbst zur Last, — und die Verschwendunggilt nicht mehr als Zeichen des Ncichthums und deSVornehmseyns.
Es ist für die Staatsformcn aber ungemein vielWerth, wenn die Sitten mit den Gesetzen im Einklängesind, und sich Alles auf dieselbe Weise und in demselbenGeiste bewegt. — Denn die Staatsformen werden umso starker, je größer der Einklang zwischen dem regieren-den Hause und dem Volke ist, und je naher beide ein-ander in ihren.Ansichten und Gefühlen sind. — DasLeben des Königs ist so einfach, wie das eines reichenPrivatmannes. Er fahrt immer nur mit zwei Pfer-den und hat nie Garden in seiner Umgebung, wie z. B.der König von Frankreich. Jemand, der den Könignicht persönlich kennt, wird schwerlich crrathen, daß