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Der König setzte sich vor ihr Bett und nahm eineihrer Hände, die andere hatte die Prinzessin Solms,ihre Schwester. Bald kam der letzte Kamps. Die Kö-nigin bog sanft ihren Kopf zurück und schloß die Augen,ihre letzten Worte waren: ,,Herr Jesu, Jesu, mache eskurz!" und ein tiefer Seufzer endete ihr Leben. Eswar Morgens neun Uhr.
Der König hatte die Kraft, seiner Gemahlin die Au-gen zuzudrücken, aber mit einem Ausdruck von Schmerz,den keiner der Umstehenden wohl jemals vergessen kann.Er entfernte sich schnell, um die beiden Prinzen, seineältesten Söhne, zu rufen. — Er kam mit ihnen zurück;sie brachen in den lautesten Schmerz aus, warfen sichauf die Knie am Sterbebette der Mutter, und benetztenihre Hände mit den heißesten Thränen.
Die schönen Gesichtszüge der Königin waren wäh-rend der Krankheit gar nicht entstellt worden. Als sietodt war, entstand eine solche Verklärung auf ihrem Ge-sichte und besonders auf ihrer Stirn, die schwer zu be-schreiben ist. — Um ihren Mund schwebte ein leiser Zugder Zufriedenheit, welcher zu sagen schien: Es istvollbracht.
Nach einigen Stunden kam ihre älteste Tochter, diePrinzessin Charlotte mit ihrem Bruder, dem Prinzen Carl,und knieten weinend an dem Leichenbctte ihrer himmli-schen Mutter, als wollten sie dieselbe noch um ihrenmütterlichen Segen bitten.
Als die Leiche den andern Morgen von den Aerztcngeöffnet wurde, fanden sich im Herzen mehrere polypen-artige Gewächse, die mit zwei dicken Aesten in dasselbeeingedrungen waren. — Der Schmerz um das gefalleneVaterland hatte sich in diesem edlen Herzen ein Organ