sie öfters sagte, nur ein einziges Mal unter dem väterli-chen Dache geschlafen hatte. ^
Ihre Gesundheit hatte sich nach dem Aufenthalte irrPotsdam wieder sehr gebessert, und als nun endlich dieReise auf den 25. Juni beschlossen war, konnte sie denTag ihrer Abreise gar nicht erwarten, eine solche Freudeund Sehnsucht bemächtigte sich ihrer. — Der Konig warspater gereist. Als er nach Streich kam, fuhr er nocham Abend mit der Königin nach Hohcnzicritz.
Hier kam die Königin sehr leidend an, ein heftigerKatarrhe hatte sie befallen. Ihre Brust war so beklom-men, daß ihr der Arzt zur Ader lassen mußte. — Hier-auf erholte sie sich wieder, und getauscht durch den An-schein der Besserung, ging der König wieder nach Berlin,wohin ihn Geschäfte riefen. — In Charlottenburg wurdeauch der König krank. Er sandte ihr den GcheimcnrathHeim, der ebenfalls die größte Gefahr für überstandenhielt und nach Berlin zurückkam. Die Königin beklagtees als eine Ungunst des Schicksals, daß der König ent-fernt von ihr krank scy, wo sie ihn nicht pflegen könne,und sprach von der Möglichkeit, sich nach Charlottenburgbringen zu lassen. Ein Brief, den ihr der König schrieb,rührte sie so sehr, daß sie ihn auf ihr Herz legte. Siewollte sich nicht von ihm trennen, um in jedem Augen-blicke der Ruhe ihn lesen und wieder lesen zu können. —
Die Nachte waren ohne Schlaf, doch da die Königinwenig klagte, und die Heiterkeit und Stärke ihres Gei-stes sie nicht verließ, so entstand bei Allen, die sie um-gaben, ein täuschendes Gefühl der Hoffnung und derGlaube, daß keine Gefahr vorhanden sey.
Den t6. Juli überfiel sie des Morgens ein heftigerBrustkrampf. Sie glaubte, daß ihr Ende nahe scy. —Doch erholte sie sich wieder, und dieser und der folgende