setzte. Aus diesen Herzogen, Markgrafen und Grafenentwickelte sich die Landeshoheit, obgleich solche ursprüng-lich nur Beamte des Reichs waren. Denn da ihre Stel-len bald erblich, das Reich aber ein Wahlreich gewor-den war, so kam die Wahl bald in ihre Hände, dajedes erbliche Regiment das stärkere ist.
Die Landeshoheit, welche die Gewalt des Reichsin einer concentriertcren Form darstellte, beschattete dieFreien, und diese wurden aus Genossen des ReichsBürger desselben. — Je kräftiger das regierende Haus,desto mehr beschattete es die Freien und ihre kleinen Staa-ten , die sich nun dem allgemeinen Staatsleben fügenmußten und gleichsam Bürger eines großen Staateswurden. Anfangs ging dieses nicht ohne Kämpfe her,und wir finden, dqs ganze Mittelalter hindurch, öfters dieFreien eines Landes, nämlich die Edelleute, mit dem auf-steigenden Landesherren im Kampfe und oft in offenemKriege. Der Adel der Mark Brandenburg hat öfters mitden Churfürsten von Brandenburg! Krieg geführt.
Als die stehenden Heere aufkamen, und die Landes-herren in den indirekten Abgaben ein Mittel gefunden hat-ten, sie zu unterhalten, so wurde ihre Ucberlegcnhcit sogroß, daß von der Zeit an alles Widerstreben der Freienaufhörte. Hiezu kam, daß sie ihnen Ofsicierstcllen imHeere gaben und sie und ihre Familien dadurch abhängigvon ihrer Gunst machten.
Die Gesellschaft ging in eine neue Form über; Lan<-,desHoheit entwickelte sich hiebe! überall auf dieselbe Weise.
Die Erfindung des Schießpulvers hatte eine ganzneue Einrichtung der Heere herbeigeführt. Die persön-liche Tapferkeit hatte an ihrer Geltung verloren, und daman glaubte, daß jeder gut genug, todt geschossen zu wer-den, sey, so hatte man die Heere mit schlechten und hcimath-