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Friedrich Wilhelm der Dritte
Entstehung
Seite
86
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Die Sprache blieb deutsch. Die Besiegten lerntendie der Sieger. Denn rohe Volker hatten noch roherebesiegt.

Anders war es in Gallien. Dort wurden Völkerbesiegt, die seit den Römer-Zeiten schon in Städtenwohnten und größere Cultur besaßen, wie die Sie-ger. Die Sieger lernten die Sprache der Besiegten,und obgleich anfangs auf den Castellis der Franken nochDeutsch geredet wurde, indeß in den Dörfern die ihnenunterworfenen Gallier die linzua romann uusricn redeten,so verlor sich doch dieses nach und nach, und alle redetenendlich dasselbe verdorbene Latein, welches die eroberndenRömer achthundert Jahre früher ins Land gebracht hatten.*)Da in den Landern an der Ostsee die deutsche Sprachedie herrschende ist, so glaubt man gewöhnlich, daß siedeutsche Provinzen seyen, und vergißt, daß manauf erobertem wendischen und slavischen Bo-den steht.

Wo diese Länder zuerst aus der Nacht der Zeitenauftauchen und in den Bereich der Geschichte treten,sieht man in ihnen viel Verwüstung, eine große Ver-wirrung, eine sehr dünne Bevölkerung und eine sehrgeringe Cultur.

*) Daß Ludwig der Fromme noch Deutsch geredet, zeigt einaltes Manuscript auf der Pariser Bibliothek, in welchemes heißt, daß der Konig sich an deutschen Volksliedern er-götzt, die er sich habe vorsingen lassen. Alle Urkundenwurden in lateinischer Sprache abgefaßt, und man kanndaher aus ihnen nicht bestimmen, wann der Gebrauch derdeutschen Muttersprache unter den in Gallien sich nieder-gelassenen Franken aufgehört habe.