Druckschrift 
Friedrich Wilhelm der Dritte
Entstehung
Seite
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werden ewig Freunde haben, weil wir sie verdienen.Wie beruhigend dieser Gedanke ist, laßt sich nicht sagen.Ich ertrage Alles mit einer solchen Ruhe und Gelassen-heit, die nur Ruhe des Gewissens und reine Zuversichtgeben kann. Deswegen scyn Sie überzeugt, bester Va-ter, daß wir nie ganz unglücklich seyn können, und daßMancher mit Kronen und Glück bedrückt, nicht so frohist, als wir es sind. Gott schenke jedem Guten denFrieden in seiner Brust, und er wird noch immer Ur-sache zur Freude haben. Noch eins zu Ihrem Trost,daß nie etwas von unserer Seite geschehen wird, dasnicht mit der strengsten Ehre vertraglich ist, und mitdem Ganzen geht. Denken Sic nicht an einzelne Er-bärmlichkeit. Auch Sic wird das trösten, das weiß ich,so wie alle, die mir angehören."

So schrieb die Fürstcntochter, die selbst im Unglückezeigte, daß sie aus altem und erlauchtem Geschlechte sey.

Dieser Brief findet sich in einer kleinen Schrift,die den Titel hat: die Königin Louise. Sie erschien4814 und wurde zum Besten der Wittwcn und Waisengefallener Landwehrmanner und freiwilliger Jager her-ausgegeben. Eine Freundin der Königin wird als Ver-fasserin genannt.

Diese Schrift giebt viel Licht über die Lage derDinge. Man sieht, wie sich in dem damaligen Unglückeunter den edleren Naturen der Glaube aufrecht erhaltenund gebildet hatte:„Das Unglück könne nur Prüfungscyn, da es ohne eigene Verschuldung eingebrochen, undwenden würde es sich, wenn man den Weg des Rechtesfortgehe. Denn das Schlechte könne doch nie auf dieDauer siegend werden, und das ganze Regiment desCorscn sey doch rein auf das Schlechte im Menschen ge-gründet, auf seine Eitelkeit und auf seine Genußgier."