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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
Seite
295
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Alfred Meißner und die Mouche. 293

und mir aus Prag schrieb, daß sie bedaure, mich dort nicht gesunden zu haben.Sie sei auf einer Reise nach Gmunden und Ischl begriffen und hoffe bestimmtauf ein Wiedersehen. Diese Hoffnung ging aber nicht in Erfüllung, und späterhabe ich kein Lebenszeichen mehr von ihr empfangen."

Und in einem Brief vom 22. Dezember des folgenden Jahres heißt es:EinPorträt der Mouche aus alter Zeit besitze ich nicht. Die Photographie war noch nichterfunden. Außerordentliche Reize waren auch nicht da. Heine lernte das Fräuleinacht Jahre später kennen als ich; da war auch die bsuuts äs Rubis fort. Ueber-haupt, lieber, verehrter Freund, machen Sie keine Jdealgestalt aus dem Mädchen;es kommen da Nachgrabungen kurz, es ist besser, alles im Schleier zu lassen".

Dieser Ansicht hat eigentlich auch Camilla Selben gehuldigt. Man erfährt ausihren Erinnerungen wenig, und einer der Briefe, die ich von ihr besitze, schließtmit dem Angstruf:Werter Herr, schützen Sie mich nur ja vor Indiskretionen!"Es bleiben also, wie gesagt, Rätsel genug in der Geschichte der Dame, aber diewesentlichsten scheinen nun doch gelöst. Sie war das rechte Mädchen aus der Fremde.Niemand wußte, woher sie kam, wohin sie ging, aber sie brachte manchem Gabenund Früchte, und was noch mehr ist: sie war die letzte Liebe des sterbendenDichters, und als solche verdient sie die dankbare Erinnerung der Nachwelt.