Mathilde Heine. 2ßZ
daß sie sich schließlich aber doch den standhaften Bewerbungen des deutschen Poetengefangen gab und einwilligte, mit ihm zusammen zu leben. Sie gab ihre Stellungals Modistin auf, und die Besitzerin jenes Modewarengeschäfts, in den: sie angestelltgewesen, erhielt von Heine 3000 Francs Entschädigung. Wenn man Weill glaubendarf, so hat Mathilde ihm einmal wörtlich das Gespräch nacherzählt, das siemit Heine am ersten Abend ihres Zusammenwohnens geführt hat. Sie sagte damals:
„Henri, je t'ui doims tont es czu'nns Ironnsts title psut donner ü l'borninscpi'ells uirns et czu'il no psut lui rsiidrs. Li tu erois gns je ns suis pus gns tunüus uobstös tu te troinps. Li j'ui eonsentl u strs tu muitrssss, o'sst d'ubord purescpis ds tous lss Iiominss c^ui in'ont kuit tu eour, toi ssul m'us plu, st pures <^u'ouin'u dit lss I.11siiiuiids stuisut plus tiddlss gus lss Druii^uis. Äluis c^us tu in'uissuelrstss ou non, inois, js ns ins suis pus vsndus! ^.pprsnds done gus juinuis jsns ts cpüttsrai, gus tu in'uiinss ou non, gus tu in'spousss ou non, czus tu ms mul-truitss ou 11011, juinuis js ns ts cpiittsrul. lLiitsnds-tu liisn! duinuis! juiiiuis! juinuis!"
Es ist bekannt, daß Mathilde Wort gehalten hat.
Weill will aber auch dazu beigetragen haben, daß Heine sein Verhältnisspäter zu einer regelrechten Ehe erhoben. Es geschah dieses, wie man weiß, nachdem Duell mit dem Gatten von Börnes Freundin im Jahre 1841. Weillbehauptet, daß er und ein anderer Freund des Dichters diesen gezwungen hätten,nicht allein sich mit Herrn Strauß zu schlagen, sondern auch sich mit Mathildeehelich zu verbinden. Er, der zufällig damals gerade in Deutschland gewesen seinwill, habe Heine einen Brief geschrieben und die Notwendigkeit dieser beiden Aktevorgeführt. In einem dieser Briefe schrieb er ihm, daß er sobald als möglichMathilde heiraten müsse, und sei es nur, um sich von ihr trennen zu lassen.„0u SS sdpui-s ds SU ksmms", fügte er auf Französisch hinzu, „muis 011 IIS cpüttspus su muiv'ssss". Heine zeigte diesen Brief seiner Frau nach der Heirat, sielachte und war nicht böse darüber, „(lslu rssssmbls bisn uu petit IVsill", sagtesie. Und als dieser Heine in Paris verheiratet wiedersah, sagte der Dichter zuihm in Gegenwart seiner Gattin: „Madame Wohl hat sich schrecklich an mirgerächt. Sie hat mich gezwungen, Mathilde zu heiraten,- aber auch ich werde michrächen. Ich habe in meinem Testament alles, was ich habe, meiner Frau vermachtunter der Bedingung, daß sie gleich nach meinem Tode sich wieder verheirate.So bin ich sicher, daß es wenigstens einen Menschen auf der Welt giebt, deralle Tage meinen Tod betrauern wird. Wäre der Heine nicht gestorben, wirder jeden Morgen sagen, so hätte ich seine Frau nicht".
Man sieht, Alexander Weill spielt nach seiner Versicherung eine große Rolle imHause Heines; immer vorausgesetzt, daß man seinen Mitteilungen unbedingtglauben kann, wozu ich jedoch, wie gesagt, nicht durchaus raten möchte.