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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
Seite
252
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232 Ein Gespräch.

Dumas: Das setzt mich keineswegs in Erstaunen, lieber Freund. PhilippeAudebrand, der Chroniqueur des MausguMaü-E", hat ohne Zweifel nichts zuberichten gehabt. Er fand unter seiner Feder ... einen Millionär, der ihm eineMillion gab.

Heine: Ich habe nie ein Poem geschrieben, welches irgend eine Beziehung zudiesem Titel haben könnte, und ich bitte Sie, mein teurer Freund, diese Richtig-stellung in Ihrem Blatte zu bringen.

Dumas: Das soll geschehen.

Heine: Ich würde gar nicht böse sein, wenn Sie die Gewogenheit hätten, zugleicher Zeit Ihren Lesern mitzuteilen, daß ich binnen kurzem eine vollständigeAusgabe meiner, teils von mir selbst, teils von befreundeten Mitarbeitern ausdem Deutschen übersetzten Gedichte werde erscheinen lassen.

Dumas: Wenn Sie die Güte hätten, mir die Korrekturbogen zu senden, so willich gern darüber berichten.

Heine: Geben Sie aber dieser Mitteilung nicht den Charakter einer Reklame,da sie einzig und allein den Zweck verfolgt, meine armen Poesieen in sichereZuflucht zu bringen vor dem verhängnisvollen Eifer gewisser industrieller Schrift-steller, welche als Uebersetzer meiner Verse auftreten wollen, ohne hierfür auch nurdie geringste Berechtigung von mir selbst oder von meinem berühmten Vater PhöbusApollo zu haben. Nach einem solchen Avertissement wird jeder spätere Versucheiner Einmischung in meine Autorrechte nicht allein eine Dünkelhaftigkeit, sondernauch eine Illoyalität sein.

Dumas: Ach, mein lieber, guter Heine, wenn alle doch so vorsichtig gewesenwären, wie Sie und wie ich es selbst seiner Zeit sein werde, so hätten wir,meiner Meinung nach, nicht so viel hinterlassene Getränke hinuntergeschluckt, beidenen die Lebenden das Gesicht verziehen, und welche die gleiche Wirkung beiden Toten haben würden, wenn sie das unter ihrem Namen Veröffentlichtelesen könnten.

Heine: Vor ein paar Wochen sprachen Sie in Ihrem Journal die Absicht aus,mich bald besuchen zu wollen. Das war ein guter Gedanke. Aber ich kommeIhnen mit der Mitteilung zuvor, datz es, wenn Sie mit Ihren: Besuche nochlange zögern, wohl passieren könnte, datz Sie mich in meiner jetzigen Wohnung,Rue d'Amsterdam Nr. 30, nicht mehr anträfen, sondern datz ich schon in eineandere Wohnung gezogen wäre, die mir selbst so unbekannt ist, datz ich nicht ein-mal für den Fall, datz etliche saumselige Freunde wie Sie dort nach mir fragensollten, dem Portier meine neue Adresse hinterlassen könnte. Ich mache mir keinegrotzen Ideen über meine zukünftige Residenz. Ich weitz nur, datz man in die-selbe durch ein dunkles und übelriechendes Couloir geht, und datz schon dieser