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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
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232 Drei Ai^ionler.

der Dankbarkeit, das daraus spricht, ist sicher kein Zeugnis gegen Heine, Nochweniger die Thatsache, die daraus hervorgeht, daß auch Guizot ebenso wie Thiersdie Berichte Heines über die französische Politik von 18401847 vorher nichtgekannt hatte. In der geistigen Niedergeschlagenheit, in die er durch sein Leidenversetzt worden war, brachte der herzliche Brief Guizots, der leider nicht bekanntgeworden, noch einmal einen hellen Sonnenstrahl. Der todkranke deutsche Dichterdankte dem großen französischen Historiker für diesemoralische Wohlthat".

Die Stellung Heines zu den französischen Machthabern jener Periode, die ich hierzu schildern versuchte, erklätt wohl auch hinreichend den Schutz, den er in Parisgefunden. Es bleibt in der That unbegreiflich, daß ein so grundehrlicher Mann,wie Heinrich v. Treitschke es doch fraglos gewesen ist, in dem letzten Band seinesgroßen Gcschichtswerkes gerade mit Bezug auf letztere Verhältnisse Heine in soscharfer Weise angreifen konnte, indem er sagte (764):Das Märchen vomFlüchtling Heine, der Götzendienst, welcher heute in vielen deutschen Zeitungenmit H. Heine getrieben wird, hat weder mit der Wissenschast noch mit dem künst-lerischen Gefühl irgend etwas gemein ... Heine war ein freiwilliger Flüchtling,ganz so wie die polnischen Dichter Mickiewicz, Lrasinski, Slowacki und viele andereRevolutionäre aus Deutschland, Polen, Italien". Diese Behauptung ist vollständigunrichtig. Heine sowohl wie die angeführten Männer waren insofern keine frei-willigen Flüchtlinge, als sie nur unmittelbar vor der Gefahr geflüchtet sind. Hättensie nur noch kurze Zeit ausgehalten, so wären jene Männer nach Sibirienund Heine wahrscheinlich nach Spandau gewandert. Varnhagen hat es, wieich schon in einem vorhergehenden Lapitel erwähnte, einem Freunde selbst er-zählt und ausdrücklich wiederholt, daßdie große Hand, die Heine gar vor-sorglich winkte, die mächtigste war, die damals in Europa existierte, nämlich diedes Fürsten Metternich".

Treitschke giebt sich auch alle Mühe, zu beweisen, daß Heineniemals polizei-lich verfolgt wurde", aber seine Beweisführung steht auf sehr schwachen Füßen.Das auswärtige Amt hat auf die Frage des Grafen Bresson (17. Februar 1843)geantwortet:^.uonns llwsurs ckö Zolles lüo, ötö priss ocmtro so. pei'8oniuz". Sehrwohl; aber Treitschke überging mit völligem Stillschweigen oder er wußte esnicht, daß im April und August des folgenden Jahres in verschiedenen deutschenBundesstaaten Steckbriefe gegen Heine, der zur selben Zeit in Hamburg war,ohne eine Ahnung davon zu haben, erlassen wurden. Ein nachträgliches Signalementzu diesem Steckbrief, das die gefällige Polizei aus Paris eingeschickt hatte, wurde