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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
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224 Drei Historiker.

Als Heinrich Laube 1847 nach Paris kam, führte ihn Heine bei Mignet ein,und Laube erzählte mir selbst wiederholt, daß nur durch diese Einführung sichihm die Thüren aller französischen Salons öffneten. In Heines Briefwechsel findetsich auch der folgende, diese Mitteilung bestätigende Brief an Laube:LiebsterLaube, soeben schickt Mignet zu mir und läßt mir sagen, daß Dich Thiers aufmorgen zum Mittagessen einladet, und daß Du also Punkt ^/z 7 zu ihm (Mignet)morgen nachmittag kommen sollst, damit er mit Dir alsdann zu Thiers gehe".

Laube erzählte mir auch, daß Mignet, als er diesen zum erstenmale besuchte,gerade HeinesAtta Troll" in der französischen Uebersetzung der Usvns ässtteux moiläss gelesen undmit genauer Sachkenntnis" gelobt hatte. Laube hattegerade kurz vorher zu Heine gesagt:Wie sollen die Franzosen all die kleinenEidechsen und Schlangen in Deinen deutschen Anspielungen verstehen?" UndHeine hat ihm erwidert:Es errät kein Volk so gern und so geschickt als dasfranzösische, besonders Malicen!" Laube freute sich nunmehr, aus Mignets Lobeherauszuhören, daß Heine recht gehabt habe; auch sonst legte er eine genaueKenntnis der Schriften Heines und ein warmes Interesse für den Menschenan den Tag.

Heine hat das wohl gewußt und Mignet mit vollem Vertrauen darum zuseinem Testamentsvollstrecker ernannt. In dem Testamentsentwurf von 1846 heißtes:Die Herren Sichel, I)o. mixt, und Mr. Mignet,' seoi-swire psi^swel äsl'oLnclEirüs ckss ssieooss Moi'olss st politigues, die mir schon so viele Liebesdiensteerwiesen, beauftrage ich mit der Vertretung aller Erbschaftsinteressen meiner Frau,sowie überhaupt mit der Exekution dieses Testamentes". Und in einem Kodizillvon: Jahre 1848 sagt Heine nochmals:cks pris Nr. NiZimt, l'ttistorisir st Nr.1s Oosteur Kisüsl cks pretsr lsur npMi ü mo ksmins clous toutss lss oirecmstgiisss,c>ü il s'gAiroit cks sss intsrsts cts lortuirs aprös woir clöess".

Drei Jahre später hat Heine in seinem letzten Testament allerdings andere Dis-positionen getroffen und Herrn Joubert zum Testamentsexekutor ernannt. Auswelchen Gründen, ist nicht recht ersichtlich, denn die freundschaftlich-intime Be-ziehung zu Mignet war, wie der oben zitierte Brief beweist, gerade in jenem Jahrenoch sehr lebhaft und dauerte, wie ich ebenfalls bereits oben bemerke, bis zumTode des Dichters. Unter den wenigen Männern, welche an einem kalten, grauenund nebligen Wintervormittag das frischgeschaufelte Grab des deutschen Dichtersam Fuß des Montmartre umstanden, befand sich auch Francis Mignet. Er hatHeine die Freundestreue bis zu seinem eigenen Hinscheiden bewahrt.