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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
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189
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» Bamberg über Heine. 189

Salomon etwas zu schreiben, er als Sohn einen solchen Nienschen öffentlich.durchprügeln' würde. ^ Vor einigen Wochen stand von Heine ebenfalls unterfalschem Zeichen ein Artikel in der A. A. Z., der so anfing: »Die Sand, diebekanntlich zehn Jahre lang mit Chopin gelebt hat, hat sich jetzt von ihm getrennt!«Heine und die Sand waren früher intim befreundet." Und als Nachschrift zu diesemBrief:Heine ist dieser Tage sehr krank aufs Land gebracht worden".

Sehr wohlwollend, das wird man zugestehen müssen, sind die Urteile Bambergsüber Heine nicht. Es ist ja begreiflich, daß dieser sich von Meyerbeer die Musik zuseinen volksliederartigen Gedichten gewünscht hat, aber es ist durchaus nicht nötig,anzunehmen, daß dies des Geldes wegen geschehen sei. Heine hatte, wie Hebbelaus eigener Ueberzeugung versichern konnte, an den Chefredakteur der AugsburgerAllgemeinen Zeitung, Gustav Kolb, gerade zu jener Zeit Bambergs wegen einenBrief geschrieben. Und dieser war so mißtrauisch, zu glauben, daß Heine ihnin seinen Netzen fangen wollte, worauf ihm dann Hebbel mit Recht die Antwortgab:Wenn Heine seine Netze, wie Sie sich ausdrücken, nach Ihnen auswirft, sohaben Sie keine Ursache, hineinzugehen".

Aber das Verhältnis Bambergs zu Heine interessiert uns viel weniger als dasHebbels. Heine hatte gerade zu jener Zeit öffentlich seine Anerkennung Hebbelsausgesprochen. In der Vorrede zur zweiten französischen Ausgabe derLutetia"heißt es, nachdem er von Kleist, Jmmermann und Grabbe gesprochen:Jedenfallssind sie seither nicht übertroffen worden, obgleich das deutsche Theater der Gegen-wart zwei Dichter von seltenstem Verdienst in der Person meiner Freunde FriedrichHebbel, des Dichters der »Judith«, und Alfred Meißner, des Autors der TragödieDas Weib des Urias« besitzt. Der erste ist ein Geistesverwandter von Kleistund Grabbe und es ist nicht Sache eines banalen Kritikers, sein Genie zu würdigen".

Rein persönlich scheint dagegen eine Bemerkung Heines an Campe vom 28. Sep-tember desselben Jahres zu sein:Wie freundlich und zuvorkommend Freund Hebbelsich auch gegen mich benommen hat, so kann ich ihm bis jetzt doch keinen Geschmackabgewinnen". Es ist nicht ersichtlich, worauf sich diese Notiz bezieht. Aber esist mehr als wahrscheinlich, daß sie aus einer augenblicklichen Verstimmunghervorgegangen ist.

In dem nächstfolgenden Jahre fand keine persönliche Annäherung statt, underst drei Monate vor seinem Tode erhielt Heine wieder einen Brief von FriedrichHebbel, den einzigen zugleich, den wir über diese Beziehungen besitzen und derdaher die Darstellung derselben würdig abzuschließen geeignet ist. Der Brief lautet:

Hochverehrter Freund! Sie haben mir öffentlich das Recht eingeräumt, Sie so zu nennen,ich nehme daher keinen Anstand, mich dieses Rechts zu bedienen, nun ich mich Ihnen, nach sovielen Jahren, zum erstenmal persönlich wieder nähere. Dies geschah eigentlich, ohne das; Sie