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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
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136 Die italienische Reise.

giebt es aber noch einen inneren für die Autorschaft: wer in aller Welt außerHeinrich Heine könnte es als eine bötiss erklären, dem auf der Reise, im fremdenLande erkrankten Bruder eine, wenn auch nur mit knapper Not entbehrliche SummeGeldes geschickt zu haben?! Hat er wirklich seine Barschaft red- und brüderlich geteilt?

Der erste (bisher nicht gedruckte) Entwurf der „Reisebilder" enthält ein Kapitelmit der Ueberschrift: Montanero. Die - durchstochenen Anfangszeilen lauten:„Einige Meilen von Livorno auf einem Eebirgsabhange liegt", und das benutztePapier zeigt ebenfalls im Wasserzeichen das oben erwähnte Wappen und den NamenEms. Testa. Dagegen erscheint in dem im Anhang befindlichen Konzept, welchem dieAusschrift Genua gegeben ist, im Wasserzeichen ein anderes Wappen und derName Giord. Magnani. Mithin ist jener französische Brief auf dem Wege zwischenLivorno, wohin der Dichter von Genua aus den Seeweg gewählt hatte, undFlorenz, noch wahrscheinlicher in der Arnostadt selber geschrieben, von wo dasManuskript „Reise von München nach Genua" am 11. November 1828 an denVerleger des „Morgenblattes" abgeschickt wurde.

Sechs Wochen lang hören wir nun nichts von Heine. Aber aus seinem Patzwissen wir jetzt, daß er am 21. November von Florenz abgereist, daß er am 26.in Bologna, am 27. in Ferreira, am 28. in Padua, am 36. in Venedig war.Was er während dieser Zeit getrieben, darüber belehrt uns ein Brief an denBaron Cotta vom 11. September: „Damit Sie nicht glauben, ich sei in eineTänzerin verliebt und bliebe deshalb hier und wäre echt römisch faul, so habe ichden Ansang meines italienischen Tagebuchs ausgearbeitet, d. h. die starken Worteund Kapitel ausgemerzt, so daß das beikommende Manuskript im »Morgenblatt(und zwar recht bald) abgedruckt werden kann. Ich habe seitdem in den Bädernvon Lucca herrliche Tage verlebt, sowie auch in Livorno. Hier bin ich seit sechsWochen, warte aus Briefe und studiere schöne Künste, wozu auch das Ballettgehört. Ich mache Sie aber nochmals daraus aufmerksam, daß ich in keine Tänzerinverliebt bin, obgleich sich eine solche Liebe sehr gut mit Schnupfen und Hustenverträgt und ein ebenso großes Unglück ist. 2m Gegenteil, ich bin fleißig, schreibesogar ein Buch, lese in Malthus und Bentham und habe eine neue Strafrechts-theorie aus meinem eigenen Kopse herausgedacht, die Ihnen gefallen wird".Darauf macht Heine Cotta seine Vorschläge in Bezug auf die Fortführung der„Annalen", und schließlich erzählt er noch über seine Begegnung mit dem BaronC. F. von Rumohr, dem bekannten Kunsthistoriker, der ein intimer Freund Platenswar. Heine schreibt darüber: „Ich sehe ihn selten,- er kann mich nicht ausstehen,ich liebe ihn ebenfalls nicht sonderlich, und trotzdem kann keine rechte Freundschaftzwischen uns auskommen. Zuletzt sah ich ihn im Foyer der mediceischen Venus,als er eben dem Kronprinzen von Preußen als Cicerone diente". Am selben