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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
Seite
104
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104 Das Buch der Lieder.

gedruckt auf entsetzlich glatteni Papier, diese haben ihren süßesten jungfräulichstenReiz verloren und erregen bei dem Verfasser einen schauerlichen Mißmut."

Was Heine von dem entsetzlich glatten Papier berichtet, ist eigentlich nur euphe-mistisch zu verstehen, denn das Papier dieser ersten Auslage ist nichts weniger alsglatt. Ja, wenn Heine die Ausgaben desBuches der Lieder" hätte sehen können,die in den letzten zehn Jahren, seit das Monopol aus Heines Werke aufgehörthat, in allen möglichen und unmöglichen Ausstattungen und Formaten von Quartdurch Oktav und Diamant bis zu Duodez und Sedez herab, ja sogar in Elzeviererschienen sind, dann würde er verwundert die Hände über dem Kopse zusammen-geschlagen und zu seinen Gedichten gesagt haben: Ich kenne euch nicht mehr! Dasalles aber ist erst Material für den Sammeleifer des Bibliophilen der Zukunft.Er wird Prachtausgabendrucke auf Velin, vielleicht sogar auf Pergament, auffarbigem Papier oder aus anderen gewöhnlicheren Stoffen mit den kostbarstenEinbänden finden. In allen Ausgaben für Bücherfreunde steht ja HeinesBuchder Lieder" so ziemlich obenan, aber eine Bibliographie dieser verschiedenenAusgaben ist heute noch nicht von nöten, da sie in jedem Buchhändlerkatalogzu finden ist.

Viel interessanter wäre eine bibliographische Uebersicht der Illustrationen undBilder, die zu HeinesBuch der Lieder" oder im Anschluß an dieses entstandensind. Die ganze Sammlung ist von Paul Thumann in seiner schlicht ideali-sierenden Weise sehr hübsch illustriert worden, ebenso von Erot-Johann und vonFriedrich Stahl, von letzterem sogar in recht geistreicher und, soweit ich es beur-teilen kann, auch dem Geiste der Gedichte am meisten entsprechender Manier.Hübsche Schattenrisse nach Art der Konewkaschen sind von H. Krüger zu denlustigsten der Heineschen Gedichte in flotter und kecker Manier entworfenworden. Wir besitzen sogar seit mehreren Jahren eine illustrierte Gesamt-ausgabe von Heines Werken. Die Illustrationen stammen, wie auf dem Titel-blatt angegeben, von Wiener Künstlern, die aber nicht genannt sind. DasWerk wird sicher einmal für den Bibliographen von Interesse sein, und zwar auszwei Gründen: erstens, weil auf dem TitelblattHerausgegeben von HeinrichLaube" steht, von dieser Herausgeberthätigkeit aber nicht die leiseste Spur in dengesamten sechs Bänden zu finden ist und auch das am Schlüsse angeführte LebenHeines von einem jüngeren Autor, Alfred Klar, herrührt; zweitens, weil vondenWiener Künstlern", wie gesagt, kein einziger mit Namen angeführt ist, undweil eine seltsame Verirrung fast bei allen Gedichten desBuches derLieder" in der dazugehörigen Illustration das Gesicht Heinrich Heines selbst inden mitunter komischsten Variationen erscheint. Dagegen fühle ich mich ganz in-kompetent, auch nur eine Skizze der Bilder zu geben, die Motive aus demBuche