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Heinrich Heine : Aus seinem Leben und aus seiner Zeit
Entstehung
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Lazarus van Geldern. 5

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schule beziehen sollte.Ich war", erzählt Heine,nicht der erste in unserer Familie,der aus der Universität Edelsteine aufgegessen und Perlen verschluckt hatte. DerVater meiner Mutter, wie sie mir einst erzählte, erprobte dasselbe Kunststück. DieJuwelen, die das Gebetbuch seiner verstorbenen Mutter verzierten, mußten dieKosten seines Aufenthaltes auf der Universität bestreiten, als sein Vater, der alteLazarus van Geldern, durch einen Successionsprozeß mit einer verheirateten Schwesterin große Armut geraten war; er, der von seinem Vater ein Vermögen geerbthatte, von dessen Größe mir eine alte Großmuhme so viel Wunderdinge erzählte.Das klang dem Knaben immer wie ein Märchen aus Tausend und eine Nacht,wenn die Alte von den großen Palästen und von persischen Tapeten und demmassiven Gold- und Silbergeschirr erzählte, die der gute Mann, der am Hofe desKurfürsten und der Kursürstin so viel Ehren genoß, so kläglich einbüßte."

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Amulett gegen das Fieber aus dem Reisetagebuch des Simon van Geldern.

An dem Gebetbuch der Mutter haftete der stille Segen, der einst von seinerTrägerin ausgegangen war. In ihrem Sohn blühte der Ruhm der Familie vonneuem auf, Gottschalk van Geldern, Heines Großvater, lag seinen Studienan der Universität Duisburg unter Johann Leidenfrost ob. Im Januar 1752verteidigte er vor der versammelten Fakultät seine Inauguraldissertation über dieKrankheitserscheinung der Heiserkeit, die er dem Kurfürsten gewidmet hatte. Dannließ er sich in seiner Heimatstadt nieder, wo er als Arzt wie als Mensch sich baldhoher Achtung zu erfreuen hatte.

Nicht so gut erging es dem ersten Sohn des Lazarus van Geldern, Simonvan Geldern, der im Charakter wie im Leben das volle Gegenbild zu seinemBruder darstellt. Aber gerade weil aus der Mischung beider das Bild HeinrichHeines vor unfern Augen wie von selbst emportaucht, sind diese beiden BrüderGottschalk und Simon van Geldern die interessantesten aus Heinrich HeinesAhnensaal. Simon ist zerfahren und flatterhaft, träumerisch und arbeitsscheu, Gott-schalk gesammelt und von strenger Führung, nüchtern und emsig. Der eine ziel-