398 Heine und Consorten.
auf eine fürchterliche Weise von den Bobrkaer Juden ausgebeutet.In einer wahrhaft ergreifenden Weite schildert dieser Priester diejüdischen Umtriebe im dortigen Bezirke. Es wohnen in Bobrkazwei Juden, die dorthin vor dreißig Jahren, wie man sagt, ohneHosen und Stiefel gekommen sind, und heute ein Vermögen be-sitzen, das sich auf Hunderttausende beziffert. Diese Juden habenim ganzen Bezirke eine große Zahl von Agenten, deren Aufgabees ist, zu erforschen, ob ein Bauer in der Rnstikalbnnk verschuldet,und wie groß seine Schuld ist, dann fahren sie nach Lemberg,kaufen der Bank ihre Forderung ab und martern die Bauern durchExekutionen. Ferner ist die Aufgabe dieser Agenten, auch zu er-fahren, ob ein Bauer sich dem Trünke und der Verschwendungergibt: von solchen Bauern kaufen die Juden um einen Spott-preis ihre Erbtheile ab. Wenn ein Bauer stirbt, so vermacht erseine Wirthschaft dem ältesten Sohne, und dieser muß die Erb-theile der jüngeren Geschwister bezahlen. Von diesen jüngerenGeschwistern kaufen nun die Juden auch für einen Spottpreis ihreErbtheile ab, strengen Processc an und verjagen dann den Bauervon Hans und Hof. Auf diese Weise erwarben diese Juden bloßim Bobrkaer Bezirke binnen wenigen Jahren über IM Bauern-wirthschaften. — Als Gegensatz die Stiftung eines Christen: Einschlichter Bürger, Namens Anton Bilinski, vermachte sein ganzesVermögen, d. i. 225OM Gulden ini Baaren und ein schönes Haus,der Gemeinde von Lemberg zur Errichtung eines Versorgungs-hauses für unheilbare Kranke und für Genesende. Die Stiftungsoll den Namen „Anton und Pelagia Bilinski" tragen, und fürewige Zeiten den christlichen Charakter beibehalten."
Auf folgende Frage Börnes lassen wir unten eine trockenehistorische Antwort folgen (S. 15):
„Aber jetzt, da auch der ruchloseste Heuchler nicht zu sagenwagt, daß er die Juden wegen ihres Glaubens verfolge, womitwird jetzt die Bosheit beschönigt? Es wird mit der schamlosestenHeuchelei gegen die Juden zu Werke gegangen, es werden lügne-rische Behauptungen mit solcher Keckheit geführt, daß selbst Gut-gesinnte dadurch getäuscht werden, weil sie nicht glauben können,daß Manche so plump betrügen wollen. Darum will ich die Thorenentlarven und den Bösewichteru ins Antlitz leuchten."
Nach den gegenwärtigen Erfahrungen, welche die Goyimgemacht haben, und nach jenen, die ihren geborenen Feindennoch bevorstehen, dürfte es Börne kaum mehr wagen, mit einerso unverschämten, wüthigen Frechheit jene Christen zu ver-schimpfen und zu verlästern, die nicht gesonnen sind, sich alsSklaven auf dem Markte verkaufen zu lassen, und würde esBörne unter diesen Umständen doch noch wagen, seine Infamieloszulassen, so möchte ihn ein derartiger Hagel von kräftigen