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Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
374
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>>74 Heine und Consorten.

1812, lange Zeit mit dem preußischen Ministerium nm die Erlangungeiner Professur oder doch nur Privatdocentnr an der BerlinerUniversität gerechtet hatte. Er hatte sich aus Familienrücksichtenin Paris taufen lassen, c») und erhielt dann sogleich, was das Zielseines Ehrgeizes war, Run schreibt Heine:Ich weiß nicht, wasich sagen soll, Cohn versichert mich, Gans predige das Christen-thum und suche die Kinder Israels zu bekehren, Thut er diesesaus Ucberzeugung, so ist er ein Narr! thut er es aus Gleißnerei,so ist er ein Lump, (s) Ich werde zwar nicht aufhören, Gans zulieben, dennoch gestehe ich, weit lieber wär's mir gewesen, wennich statt obiger Nachricht erfahren hätte, Gans habe silberne Löffelgestohlen," Er fährt fort:Es wäre mir sehr leid, wenn meineigenes Getanftsein Dir in einem günstigen Lichte erscheinen könnte.Ich versichere Dich, wenn die Gesetze das Stehlen silberner Löffelerlaubt hätten, so würde ich mich nicht getauft haben. Mündlichmehr hiervon. Vorigen Sonnabend war ich im Tempel, und habedie Freude gehabt, eigenohrig anzuhören, wie vr. Solomon gegendie getauften Juden loszog und besonders stichelte,wie sievon der bloßen Hoffnung, eine Stelle (ipslssiirm vsrba) zu be-kommen, sich verlocken lassen, dem Glauben ihrer Väter untrenzu werden"". Ich versichere Dir, die Predigt war gut, und ichbeabsichtige, den Plann diese Tage zu besuchen, Cohn zeigt sichgroß gegen mich. Ich esse bei ihm am Schabbes, er sammeltglühende Knggel auf mein Haupt, und mit Zerknirschung esse ichdieses heilige Nationalgericht, das für die Erhaltung des Juden-thums mehr gewirkt hat, als alle drei Hefte der Zeitschrift (fürWissenschast des Jndenthnms von Zunz). Indessen hat es auch,größeren Absatz gehabt," Zur Ehrenrettung Gans' bemerkenwir übrigens, daß diese Nachrede über ihn von Heine selbst ineinem späteren Briefe als völlig unwahr bezeichnet wird, undblieb Gans bis zu seinem Tode seiner inneren Ueber-zeugnng trotz seiner Beweglichkeit treu, W Bekanntlichwurde Gans später der kräftigste Träger der liberalen Grundsätzein Berlin und sein frühzeitiger Tod als ein großer Verlust fürdiese bedauert.

Einige Zeit darauf macht er die ironische Bemerkung:Ichwerde jetzt ein rechter Christ: ich schmarotze nämlich bei den reichenJuden," Am !>. Januar 1826 schreibt er:Ich bin jetzt bei Christund Jude verhaßt. Ich bereue sehr, daß ich mich getauft habTich seh' noch gar nicht ein, daß es mir seitdem besser gegangensei, im Gegentheil, ich habe seitdem nichts als Unglück,"Istes nicht närrisch, kaum bin ich getauft, so werde ich als Judeverschrieen. Aber ich sage Dir, nichts als Widerwärtigkeiten seit-dem," Einige Monate später drückt er mit tiefem Gesühle seinewchmüthigen Erinnerungen an die Zeit aus, in welcher er mitMoser, Gans, Zunz n, s, w, für die Zwecke des Vereins geschwärmt,und fährt dann fort:Du hattest damals auch einige sehr guteGedankeu über Jndenthum, christliche Niederträchtigkeit derProselytenmacherei, <?) Niederträchtigkeit der Juden, die durch