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Zwei Buschmänner
(Börne und Heine)
Entstehung
Seite
263
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Heine und Consorten. 263

Jüngern gegenüber die Echtheit einer eventuellen Bekehrungauf dem Todtenbette schon im voraus abzuschwächen suchte,

Strvdtmann (II. 375):

„Es hat auf den ersten Anblick etwas Ueberraschendes, scheinbarJncvnsegnentes, daß der Mann, welcher zeitlebens alle positivenReligionen mit so vernichtendem Spotte* bekämpft hatte,sich ans dem Sterbelager wieder zum Deismus bekehrte, und manist fast versucht, die Worte auf ihn anzuwenden, mit welchen ersich in gesunden Tagen über solche geistige Umwandlungen ge-äußert, „Mögen immerhin, sagte er in seiner Besprechung derspäteren Abtrünnigkeit Schöllings von der pantheistis chenLehre (Bd. V, S. 2S6), die Altgläubigen ihre Glocken läutenund Kyrieleison singen ob solcher Bekehrung — es beweist abernichts für ihre Meinung, es beweist nur, daß der Mensch sichder Religion zuneigt, wenn er müde und alt wird, wenn er nichtmehr genießen und denken kann," Auf dem Todtenbette sind soviele Freidenker bekehrt worden — aber macht nur kein Rühmensdavon! Diese Bekehrungsgeschichten gehören höchstens zur Patho-logie, und würden ein schlechtes Zengniß geben für eine Sache-Sie beweisen am Ende nur, daß es euch nicht möglich war, jeneFreidenker zu bekehren, so lange sie mit gesunden Sinnenunter Gottes freiem Himmel umher wandelten und ihrer Ver-nunft völlig mächtig waren,"

Heine hat eben nicht daran denken wollen, daß man seineHellebarde, mit welcher er die freie Selbstbestimmung der Be-kehrten todtstechen wollte, viel wirksamer auf die Unbekehrtenanwenden, ihnen die Stange auf das verstockte Herz stoßenkönne. Die Logik Heines ist bei dem verbissenen, haßtollenTalmudisten nie stark und durchschlagend gewesen, nur die tal-mudische Silbenstecherei und Verdrehungskunst war seine Stärke.Kehren wir seine Waffen gegen ihn.

Mögen immerhin Gottesleugner und Materialisten an ihremSystem festhalten, so lange ihnen die Gesundheit des Leibesden uneingeschränkten, kein Sittengesetz achtenden Sinnengenußgestattet, das beweist durchaus nichts zu Gunsten ihrer Re-ligions- und Sittenlvsigkeit, sie schaffen sich ihre Welt-anschauung, weil sie dieselbe brauchen und wie sie dieselbebrauchens das von ihnen erfundene oder angenommeneSystem soll ihnen in ihrem Genußleben kein Hinderniß in

* Er hielt seinen Spott für vernichtend. Der positiven Religionha t Heine im Grunde mehr genützt, als dieselbe vernichtet. Da ist ihmseine moralische Selbstvernichtung schon besser gelungen.