Druckschrift 
Heinrich Heine
Entstehung
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623
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Mathilde

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Testament von 1846, bezeichnenderweise aber in den späteren undgültigen nicht mehr gewünscht hatte, auf Montmartre an seinerSeite beigesetzt.

Die Kunde vom Ableben des Dichters machte in Deutschlandkeinen sehr tiefen Eindruck. Neue politische Fragen hielten die Gemüterin Spannung, an denen Heine keinen Anteil mehr hatte. Schonsein letztes Werk, dieVermischten Schriften", besaß mehr rück-als vorschauende Bedeutung. Seit zwei Jahren schwieg er, und seitacht Jahren hatte sich die Nation daran gewöhnt, ihn als Sterbendenzu betrachten. Sein Ende überraschte niemand. Die Zeitungenmeldeten seinen Tod und widmeten ihm einen Nachruf, der vondem Tagesredakteur zusammengestellt wurde. Keine berufene Federfand sich, um den Heimgang des Dichters in der gebührendenWeise zu würdigen. Weder ließ sich der Haß der zahlreichen Gegner,noch das Lob der spärlichen Freunde laut vernehmen. Sein lang-jähriges, fürchterliches Leiden dämpfte den Ausbruch der Leiden-schaft, und die Stärke, die Heiterkeit und die Ergebung, mit denener seine namenlosen Qualen getragen, übten und üben noch heuteselbst auf die Gegner eine versöhnende Wirkung aus. Der Historikerfreilich darf sich dieser Auffassung nicht anschließen; er wird HeinesDnldertum die Anerkennung nicht versagen, aber er darf es nichtso darstellen, als ob alle seine UnVollkommenheiten durch seineLeiden ausgelöscht seien. Das wäre eine schiefe, rührselige Be-trachtung, die freilich ihre Wirkung auf die Tränendrüsen nichtverfehlen würde. Was Heine, als Dichter geleistet, gehört derLiteratur, was er als Politiker erstrebt, der Geschichte an, beidenehmen keine Rücksicht auf das, was er als Mensch gewesen ist,ob er geliebt oder gehaßt, ob er ein glückliches oder unglücklichesLeben geführt hat. Heine gehört nicht zu den Großen, die vor-bildlich durch ihr Leben wirken, aber wie seine Fehler nicht dazuführen dürfen, das Bedeutende zu verkleinern, was er geleistet hat,so auch nicht seine guten Eigenschaften, sein Leben in einem anderenLichte darzustellen, als es sich wirklich abgespielt hat. Der Biographhat das Recht, ja die Pflicht, alle Schwächen seines Helden menschlich