Das Testament
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Possenspielen herzugeben. Es war die große Aufgabe meines Lebens,an dem herzlichen Einverständnisse zwischen Deutschland und Frank-reich zu arbeiten und die Ränke der Feinde der Demokratie zuvereiteln, welche die internationalen Vorurteile und Animositätenzu ihrem Nutzen ausbeuten. Ich glaube mich sowohl um meineLandsleute wie um die Franzosen wohlverdient gemacht zu haben,und die Ansprüche, welche ich auf ihren Dank besitze, sind ohneZweifel das wertvollste Vermächtnis, das ich meiner Universalerbinzuwenden kann." Als Testamentsvollstrecker wird endlich der Ratam Kassationshof Maxime Jonbert eingesetzt.
Der letzte Wille des Dichters wurde, wenigstens soweit seinliterarischer Nachlaß, also der wertvollste Teil seiner Hinterlassen-schaft, in Betracht kam, nicht mit der nötigen Ehrfurcht ausgeführt.Zwar waren die „fernerweitigen Bestimmungen", die Z 3 demNeffen Embden in Aussicht stellte, offenbar nicht ergangen, aberauch ohne diese war es seine Pflicht, alle vorhandnen Papiere an sichzu nehmen. Er hat es nicht getan. Er duldete, daß der größte Teilder „Memoiren" ans dem Nachlaß entwendet und von dem einenoder beiden Brüdern des Dichters vernichtet wurde, er duldete ferner,daß alle übrigen Manuskripte und Briefe in Händen Mathildensund ihres Vertrauensmannes Henri Julia verblieben. Das edlePaar machte verschiedene Versuche, den Besitz zu verwerten, sieboten ihn der österreichischen und der französischen Regierung an.Da sich aber keine politisch bedeutsamen Stücke unter den Papierenbefanden, so lehnten beide den Ankauf ab. So verhandelten dieWitwe und ihr ebenso verständnisloser Berater die Manuskripteeinzeln unter der Hand, nachdem sie Abschriften davon genommenhatten, und nur diese Abschriften gelangten endlich in den BesitzCampes, der sowohl durch Meißner als durch Strodtmann mehrfachvergebens versucht hatte, Heines Nachlaß zu erwerben. Das Bruch-stück der „Memoiren" erhielt er erst 1884 nach dem Tode Mathildens,da angeblich ein Verbot des Dichters bestand, sie bei Lebzeiten seinerGattin, die darin gar nicht erwähnt wird, zu veröffentlichen. Eswar das letzte handschriftliche Stück, das Henri Julia noch besaß,