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XXI. Letztes Schaffen
Die „Geständnisse" betrachtete er als einen Vorläufer desgrößeren Werkes, als eine Vorarbeit, um die Einheit aller seinerWerke und seines Lebens besser zu begreifen. Sie waren ursprünglichdeutsch geschrieben, erschienen aber zuerst französisch 1854 in der„ksvus äczs Osux Nonckss" und erregten, obgleich der Dichtermit der verkürzten Übertragung sehr unzufrieden war, „die un-geheuerste Furore". Unmittelbar darauf brachte die „AllgemeineZeitung" unter Ausnutzung einer Lücke des damals noch sehrmangelhaften internationalen Urheberrechtes eine Rückübersetzungins Deutsche und begleitete diese literarische Beutelschneiderei nochmit einem unsagbar boshaften Ausfall gegen den Bestohlenen. DerVerleger Cotta und der Chefredakteur Kolb waren an dem un-lauter» Manöver nicht beteiligt, aber wenn es der Dichter auchmit Dank anerkannte, daß diese beiden alten Freunde ihm nichtdie Treue gebrochen hatten, so verstimmte es ihn, der das größteGewicht auf die Form legte, doch schwer, daß sein Werk in dem„plumpsten Bairisch" dem Publikum geboten wurde.
In der „Romantischen Schule" hatte Heine das geistige LebenDeutschlands bis zu seinem eignen Auftreten dargestellt. Der logischeAbschluß des Werkes erforderte eine Schilderung seines Wirkens.Der Fünfunddreißigjährige, der noch mitten im Leben stand, mußtedarauf verzichten, der Kranke holte jetzt in den „Geständnissen"das Versäumte nach. Im Gegensatz zu seinen früheren mehranekdotischen autobiographischen Schriften betrachtete er hier seinLeben unter dem historischen Gesichtspunkt. Er schreibt zwar keinewissenschaftliche Studie, sondern die gewohnte geistvolle Plauderei,aber der entwicklungsgeschichtliche Gedanke wird streng gewahrt.Als seinen Ausgangspunkt betrachtet er die Romantik. Er gibt zu,daß ertrotz seiner „exterminatorischer Feldzüge gegen die Romantik"stets ein Romantiker geblieben und daß er ihr „letzter Dichter"sei. „Mit mir ist die alte lyrische Schute der Deutschen geschlossen,während zugleich die neue Schule, die moderne deutsche Lyrik, vonmir eröffnet wird." Er gibt dann Angaben über seine Erziehung,schildert sein Verhältnis zur Religion und Politik, zu Frankreich