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Heinrich Heine
Entstehung
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592
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XXI, Letztes Schaffen

sie streicht das Haar dir von der Stirneund küßt- dich rasch und flattert fort,

Frau Unglück hat im Gegenteiledich licbefest ans Herz gedrückt;sie sagt, sie habe keine Eile,setzt sich zu dir ans Bett und strickt.

Alles ist zwecklos in diesem trüben Dasein des Jammers. DieIdeale erbleichen, die hohen Wünsche schwinden, jede Begeisterungist lächerlich, nichts bleibt übrig als das nackte ,,Lumpentum"(5),das sich stolz im Besitze seines Reichtumes bläht und spreizt. Werklug ist, schwingt ihm das Weihrauchfaß und betet denStaub" unddenDreck" an; wer nicht so klug ist, um so schlimmer für ihn.Er hat sich sein Schicksal selber zuzuschreiben;

Mancher leider wurde lahmund nicht mehr nach Hause kamstreckt verlaugend aus die Arme,daß der Herr sich sein erbarme!

Eine üble Komödie war das ganze Leben. Der Dichter hat seineRolle zu Ende gespielt.Der Vorhang fällt, das Stück ist aus."Das Publikum hat sich gut amüsiert, es klatscht sogar, es gehtbefriedigt nach Hause. Leer wird es in dem Theater:

Doch horch! ein schollerud schnöder Klangertönt unfern der öden Bühne;vielleicht daß eine Saite sprangan einer alten Violine,

Verdrießlich rascheln im Parterr'etwelche Ratten hin und her,und alles riecht nach ranz'gem Öle.

Die letzte Lampe ächzt und zischtvcrzweiflungsvoll und sie erlischt.

Das arme Licht war meine Seele.

Dazwischen wirft der Dichter Rückblicke auf sein eignes Leben.Sein Spielkamerad, der kleine Wilhelm, fällt ihm ein, der als Kindstarb. Der Glückliche! Erinnerungen an die alte Liebe dämmernauf, sie sagen dem Kranken nichts mehr. DasWeib" schürt ver-gebens die alte Liebesasche,jedoch kein Fünkchen ward wieder