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Heinrich Heine
Entstehung
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Geldverhnltnisse

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hin, dann gibt Campe nach. Die Zähigkeit des Kranken hat überdenmerkantilen Geist" des Gesunden gesiegt und er kann seinenLieblingsplan ausführen.

Dabei ist er in all seinem Elend nicht unedel. Er verzichtet aufsein bescheidenes mütterliches Erbteil zugunsten der Schwester undveranlaßt die Brüder zu gleichem Verzicht. Er schickt 1000 Frankenzurück, die ihm die Mutter überweist. Er könnte sie trefflich ge-brauchen, aber er will die geliebtealte Katze" nicht um ihre lumpigenSparpfennige bringen. Freilich dauert es nur wenige Monate,dann bittet er sie um das Geld, um dieselbe Summe, die er vorkurzem stolz abgelehnt hat. Die Sorgen sind mächtiger als derEdelmut!

Diese Geldsorgen waren eine furchtbare Qual für den Dichter,aber im letzten Ende der größte Segen. Sie zwangen ihn, zuarbeiten. Heine hätte sicher in seinen kranken Tagen gedichtet. Denndie Poesie ist für den Dichter keine Beschäftigung, die er vollziehenoder lassen kann, sondern eine zweite Lebensform. In diesen nurdem Künstler zugänglichen höheren Regionen hätte Heine weiter-gelebt, aber er hätte sich niemals dem bittern Muß unterworfen,das Geschaute zu Papier zu bringen, wenn nicht die unbedingteNotwendigkeit ihn dazu gezwungen hätte. Gegen das Maß seinerLeiden konnte kein Heroismus aufkommen, das vermochte nur dieNot in ihrer ganzen Grausamkeit und mit ihrem ungeheuren Segens-reichtum. Mit Heroismus kann man sich in den offnen Schlunddes Todes stürzen, aber er versagt gegenüber dem alltäglich wieder-kehrenden Ungemach des Schützengrabenkrieges. Den besteht mannur, weil man muß. In dieser Beurteilung liegt keine Unterschätzungdes todkranken Dichters. Es ist etwas Ungeheuerliches, was er ge-leistet hat. Mit Recht kam es ihm selber unwahrscheinlich, kaumglaubhaft, vor, daß er aus seiner Matratzengruft die Stimmeerheben und dichten konnte. Es war einMirakel", wie er selbstschrieb. Aber man darf es sich nicht so vorstellen, daß er nunjedes seiner Lieder dem armen verendenden Körper abtrotzte, sonderndie Seele stieg empor aus der Sphäre des Erlebnisses zu jenen