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XX. Der Zusammenbruch
Umzügen, wo er wie ein Toter von einer Wohnung in die andretransportiert wurde. Die kargen Mittel erlaubten keine Ausfahrten,die umständliche und kostspielige Vorbereitungen erfordert hätten,sie erlaubten auch keinen Aufenthalt in einem milderen südlichenKlima, das dem Dichter zwar keine Heilung, aber doch ErleichterungHütte gewähren können. Auch au eine Übersiedlung nach Hamburghat er in den ersten Jahren seiner Krankheit gedacht. Es wäreschön gewesen, wenn die Mutter an seinem Bett gesessen und dieHand auf seine gequälte Stirn gelegt hätte. Aber auch die Aus-führung dieses Planes stand im krassesten Mißverhältnis zu denvorhandenen Mitteln. Die damaligen Eisenbahnen besaßen keineLiegeeinrichtungen, man hätte für den Kranken einen besonderenWagen bauen müssen. Der Dichter mußte in dem selbstgewähltenExil sein Schicksal vollenden.
Sein Leiden machte reißende Fortschritte und war weder durcheinen kurzen Aufenthalt in Montmorency, noch durch einen mehr-monatlichen in Passy, noch durch eine Kur in einem Krankenhaus auf-zuhalten. Die Lähmung deHute sich zunächst auf die Beine und Füßeans. Sie starben völlig ab und hingen bewegungslos wie zweiLappen aus Baumwolle von dem Oberkörper herab. Der Dichtermußte getragen werden wie ein kleines Kind. Auch die Muskelndes Magens und des Unterleibes wurden durch die Paralyse be-einträchtigt. Die Verdauung stockte und vollzog sich nur schwierigunter den schmerzhaftesten Blähungen und Koliken. Das Rücken-mark zog sich häufig unter den grausigsten Krämpfen wie eineSpiralfeder zusammen, so daß der Patient aufgerichtet werden mußte,weil er nicht liegen konnte. Er wurde auf einen Sessel geschleppt,wo er sich wieder nicht zu halten vermochte. Auf einem gewöhn-lichen Lager konnte er nicht liegen. Der Druck war zu hart fürden empfindsamen Rücken. So baute er sich mit einer Fülle vonKissen die berüchtigte Matratzengruft, in der er acht Jahre, eintäglich Sterbender, ausharrte. Das eine Auge klappte völlig zu,das andre bekam nur einen dürftigen Lichteindruck, wenn derDichter das Lid mit der einen Hand in die Höhe schob. Nur das