Dic Familie
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meinsamer Bekannter bei seinem „jungen Fatnm", wie er KarlHeine nannte, durchsetzen, oder endlich, er konnte durch die Öffent-lichkeit einen Druck auf den Millionär ausüben. Der erste Wegwar nicht aussichtslos, aber auch nicht sicher. Einen schriftlichenVertrag besaß der Dichter nicht, überhaupt keine geschriebene Zusageseines Onkels, von den mündlichen Zusicherungen war es aber sehrzweifelhaft, ob sie nach dem später errichteten Testament noch Be-deutung besaßen. Sein wichtigster Zeuge war der Komponist Meyer-beer, aber auch er konnte nur eine mündliche Äußerung SalomonHeines bekunden, daß er seinen Neffen für dessen alte Tage, alsolebenslänglich bedacht habe oder bedenken wollte. Die bedeutendenAdvokaten Arago und Cremieux, das spätere Mitglied der Regie-rung vom 4. September 1870, konnten ihm nur sagen, daß er denProzeß mit „gutem Winde" führen werde. Aber Heine hatte keinVertrauen zu der Unparteilichkeit der Hamburger Gerichte undbetrachtete die öffentliche Klage überhaupt nur als eine unglück-liche „Extremität".
Er selbst war für ein möglichst energisches Vorgehen, nachdemeine Besprechung zwischen seinem Mandatar Campe und dem Prä-sidenten des Handelsgerichts Halle, dem Schwager Karls, ohneErgebnis verlaufen war. Er kannte seinen Vetter und schrieb überihn an Campe: „Der ist ebenso starrköpfig wie verschlossen. Aufdem Wege der Ambition kann man ihm nicht beikommen, denn erist in dieser Beziehung das Gegenteil des Vaters, der der öffent-lichen Meinung wie ein Höfling schmeichelte; Karl Heinen ist esganz gleichgültig, was die Leute reden. Er hat nur drei Leiden-schaften: die Weiber, Zigarren und Ruhe. Wenn ich die Ham-burger Freudenmädchen gegen ihn aufwiegeln könnte, müßte er baldnachgeben. Seine Zigarren kann ich ihm nicht nehmen — aberseine Ruhe. Hier ist die Lücke des Harnisches, die ich benutzenwerde, und dazu dient mir eben der Prozeß, der nur der Rahmensein soll zu den Tribulationen, die ich aushecke: da kann ich unauf-hörlich in den Zeitungen reklamieren, Memoiren schreiben, Gottund die Welt als Zeugen einmischen, bei jedem Jnzidenzpunkt einen