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Heinrich Heine
Entstehung
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506
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XVIII, Lutetia

Der „Sommernachtstraum" (II, 345), wie der Untertitel lautet,wurde 1842 oerfaßt. Der Dichter weilte damals zur Herstellungseiner Gesundheit in dem Pyrenäenbad Cauterets und dort an derGrenze Spaniens, des gelobten Landes der Romantik, erwuchs ihmdie Idee dieses Liedes, diese scharfe Absage an des „Tages Brandund Schlachtlärm". Es war seit langer Zeit das erstemal, daß-Heine seinem Publikum nur Poesie bescherte. Die verschiedenenBände des „Salon" hatten zwar immer einige Gedichte enthalten,aber sie verschwanden unter der Masse der Prosa, Der DichterHeine schien der Vergangenheit anzugehören, jetzt lebte er wiederauf, jetzt erschien der Lyriker zum ersten Male mit einer größerenDichtung, mit einem Epos. Heine brauchte Bewegung und wech-selnde Dekorationen, er brauchte neue Bilder, um zu dichten, erbrauchte, gerade weil er Großstädter war, die Berührung mit derNatur. Er suchte zwar von Paris alljährlich ein Seebad auf, aberdie Eindrücke des Meeres waren erschöpft; sie gaben ihm nur ge-legentlich noch ein kleines Lied. Die Pyrenäen boten ihm etwasNeues, noch nicht Erlebtes. Seit seiner raschen Fahrt durch Tirolhatte er kein Hochgebirge gesehen, überhaupt noch niemals längerin einem solchen geweilt. Und nun die Pyrenäen! Cauterets undeinige andere Heilstätten wurden zwar schon viel besucht, abersobald man über den damals sehr engen, heute etwas erweitertenUmkreis dieser Badeplätze hinaustritt, liegt das Gebirge in un-berührter Größe und Majestät. Besonders auf spanischer Seitefehlen noch heute die Kunststraßen, mühsam klettert das Maultierden gewundenen Saumpfad empor, Treiber mit kühnen Mützenund breiten bunten Schärpen schreiten nebenher, kräftige brauneWeiber tragen ihre Körbe auf dem schwarz frisierten Haupt. Ur-alte Tannen und Föhren überragen die schroffen Abhänge, mäch-tige Steinklötze schauen gleich Kobolden der Vorzeit in die Tälerhinab. Das war die Romantik in ihrer ganzen ursprünglichenWildheit und Schönheit. Heine hätte kein Romantiker sein müssen,wenn er bei diesem Zauber stumm geblieben wäre. Noch einmalüberkam den Dichter, wie er später an Varnhagen schrieb, das