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Heinrich Heine
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XVIII. Lutetia

wie recht ist! Werde sie zertrümmert, diese alte Welt, wo die Unschuldzugrunde ging, wo die Selbstsucht so herrlich gedieh, wo der Menschausgebeutet ward durch den Menschen! Mögen sie von Grund aus zer-stört werden, diese übertünchten Gräber, wo die Lüge und die schreiendeUnbill thronten! Und gesegnet sei der Gewürzkrämer, der einst ansmeinen Poesien Düten machen wird, um Kaffee oder Tabak hinein-zuschütten für die armen biederen alten Weiber, die sich in unsererjetzigen ungerechten Welt vielleicht solche Annehmlichkeiten versagenmußten — öat stistitia, xsraut munäuZ? — Die zweite der ge-bieterischen Stimmen, die mich bestricken, ist noch mächtiger und dämo-nischer als die erste, denn es ist die Stimme des Hasses, des Hasses,den ich einer Partei widme, deren furchtbarster Gegner der Kom-munismus, und die aus diesem Grunde unser gemeinsamer Feind ist."

Es ist der Haß gegen alle diejenigen, die in beschränkternationaler Befangenheit die Verbrüderung der Völker hintertreiben.Heine betrachtete den Sozialismus in dieser einen Beziehung alsseinen Testamentsvollstrecker. Er erwartete, daß er ein fried-liches Zusammenleben der Nationen herbeiführen werde. Mit densozialistischen Theorien im Einzelnen hat er sich kaum befaßt.Alle, die die Härten des Eigentums ausgleichen wollen, betrachtet erals Sozialisten, und so bezeichnet er selbst Moses und Jesus Christusals „terroristische" Sozialisten, obgleich er wohl sieht, was sie vonden neuen Propheten im Stile Proudhons trennt. Sie waren mehrIdealisten und doch weniger Utopisten. „Statt die Abschaffung desEigentums tollköpfig zu dekretieren, erstrebte Moses nur die Morali-sation desselben, er suchte das Eigentum in Einklang zu bringenmit der Sittlichkeit, mit dem wahren Vernunftrecht."

Heine wird von den Sozialisten vielfach als einer der Ihrenin Anspruch genommen, zum mindesten als ein Vorläufer desKommunismus. Mit Unrecht. Die materialistische Weltanschauungdieser Lehre hat er nie geteilt, er hat gehofft, daß sie mancheSchäden der alten Welt beseitigen werde, eine Hoffnung, die jederauf die Zukunft setzt, ob er Sozialist oder Nichtsozialist sei, er haterwartet, daß der Sozialismus eine neue und gerechtere Moral