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Heinrich Heine
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Der Kommunismus

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mit ihren schwieligen Händen werden sie erbarmungslos alle Mar-morstatuen der Schönheit zerbrechen, die meinem Herzen so teuersind; sie werden all jenes phantastische Spielzeug und Flitterwerkder Kunst zertrümmern, das der Poet so sehr geliebt; sie werdenmeine Lorbeerhaine fällen und dort Kartoffeln pflanzen; die Lilien,welche nicht spannen, noch arbeiteten, und doch so herrlich gekleidetwaren wie König Salomo in all seiner Pracht, sie werden dannausgerauft aus dem Boden der Gesellschaft, falls sie nicht etwadie Spindel zur Hand nehmen wollen; die Rosen, diese müßigenBräute der Nachtigallen, wird das gleiche Los ereilen; dieNachtigallen, diese unnützen Sänger, werden fortgejagt, und ach!mein ,Buch der Lieder' wird dem Gewürzkrämer dienen, um dar-aus Düten zu drehen, in die er Kaffee schütten wird oder Schnupf-tabak für die alten Weiber der Zukunft. Ach! ich sehe dies allesvoraus, und mich beschleicht unsägliche Trauer, wenn ich an denUntergang denke, mit dem das siegreiche Proletariat meine Versebedroht, die ins Grab sinken werden mit der ganzen altenromantischen Welt. Und dennoch, ich bekenne es offen, übt dieserselbe Kommunismus, der all meinen Interessen und Neigungenso feindlich ist, einen Zauber auf meine Seele, dessen ich mich nichterwehren kann; zwei Stimmen erheben sich zu seinen Gunsten inmeiner Brust, zwei Stimmen, die sich nicht wollen geschweigenlassen, die im Grunde vielleicht nur diabolische Anregungen sind— aber wie dem auch sei, sie beherrschen mich, und keine exor-cierende Gewalt vermag sie zu bezwingen. Denn die erste dieserStimmen ist die Stimme der Logik. ,Der Teufel ist ein Logiker!'sagt Dante. Ein schrecklicher Syllogismus hält mich umstrickt, undwenn ich den Satz nicht widerlegen kann, Faß alle Menschen dasRecht haben, zu essen', so bin ich genötigt, mich auch. all seinenKonsequenzen zu unterwerfen. Indem ich daran denke, laufe ichGefahr, den Verstand zu verlieren, ich sehe alle Dämonen derWahrheit mich triumphierend umtanzen, und zuletzt ergreift einehochherzige Verzweiflung mein Gemüt, und ich rufe aus: Sie istseit lange gerichtet, verurteilt, diese alte Gesellschaft. Geschehe ihr,