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Heinrich Heine
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468
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468 XVII. Novellistik

und es bleibt zu bedauern, daß er diese Fülle von Witz an einenStoff verschwendet hat, der den meisten Lesern ein Erfassen derForm unmöglich macht. Auf diese alle muß das Fragment einenunsaubern Eindruck machen.

Eine besondere Bedeutung besitzt im „Schnabelewopski" dieErzählung vom fliegenden Holländer. Heine behauptet, daß erdie Sage in der von ihm berichteten Form in Amsterdam imTheater gesehen habe. Trotz eifrigsten Forschens hat sich einholländisches Drama nicht finden lassen; es kann als sicher gelten,daß Heine selber der alten Erzählung die Form gegeben hat, inder sie bei ihm und nach ihm bei Richard Wagner erscheint, vorallem daß er den Erlösungsgedanken hineingetragen hat. Wagnerselbst bestätigte 1842 seine Verpflichtung gegen den Dichter, ja ergab zu, daß er sich mit ihm vor der Niederschrift des Entwurfesverständigt habe. Der Musiker betrachtete es damals noch nichtals Schande, einem Juden etwas zu danken und diese Dankesschuldanzuerkennen. Später durfte das nicht mehr der Fall sein, und umHeine abzuschütteln, griff der Komponist dessen eigne Fiktion auf,daß der „Holländer" in dieser Form in Amsterdam gespielt sei.Er übersah, daß der Dichter unterdessen in der „Lutetia" seineuAnspruch reklamiert und darauf hingewiesen hatte, daß er dieSage „mundgerecht für die Bühne" gemacht habe.

Der zweite Band des „Salon" enthält nur politische, der drittenur unpolitische Schriften, abgesehen von der Vorrede gegen denDenunzianten Menzel. Heine wollte durch dieses „stille Buch" dasVorgehen der preußischen Regierung und des Bundestages uäubsui-änrn führen, er wollte es ihnen durch die Harmlosigkeit desBandes unmöglich machen, ihre drakonischen Bestimmungen durch-zuführen und deren Sinnlosigkeit erweisen. Es kostete ihn zwarMühe, so viel Unschuldiges zusammenzubringen, aber es gelangihm, die „allerschrecklichsten Nöte eines der unglücklichsten Schrift-steller" zu überwinden und mit den „Florentinischen Nächten" undden „Elementargeistern" eine angemessene Bogenzahl zu füllen.

Die Frage ist oft aufgeworfen worden, warum unserm Dichter