Der Rabbi von Bacharach
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Romans rechneten, mußte er sie mit der Nachricht enttäuschen, daßerst ein Drittel fertig sei. Mehr als zwei Drittel sind überhauptnicht ausgeführt worden. Mit der Taufe war zum mindesten seineäußere Stellung zu dem Werke von Grund auf verändert, und dieallmähliche Befreiung von dem Judentum sowie die Gegnerschaftgegen jede positive Religion machten ihm eine Weiterführnng un-möglich. Der „Rabbi" blieb Fragment. Das Buchstück sollte zuerstin einem Bande der „Reisebilder" Aufnahme finden, dann wolltees der Verfasser mit andern Romanstücken im ersten Band des„Salon" veröffentlichen. Leider verschob er es wieder, kurz dar-auf brach ein Brand im Hause seiner Mutter aus, bei dem dergrößte Teil des Manuskriptes ein Raub der Flammen wurde. Sokonnte 1840 nur ein Fragment des Fragmentes erscheinen, nach-dem der Dichter einige, scheinbar nicht sehr bedeutende Änderungenvorgenommen hatte.
Der „Rabbi" spielt in der Vergangenheit. Die Darstellungdes „tausendjährigen Schmerzes" wäre wohl wirksamer durch einenGriff in die Gegenwart, durch einen Roman aus dem 19. stattaus dem 15. Jahrhundert erfolgt, aber Heines Begeisterung galt janicht den „schmutzigen Juden" von damals, nicht seinen Zeitgenossenjüdischen Glaubens oder jüdischer Rasse, sondern der Idee desJudentums. Er und seine Freunde waren jüdische Romantiker, undso lockte sie besonders das „Goldzeitalter" der jüdischen Romantikin Spanien. In den großen Gestalten der jüdisch-arabischen Poeten-schule fanden sie sich selber wieder. So ist auch der Held desRomans, der Rabbi Abraham von Bacharach kein gewöhnlicherdeutscher Jude, sondern er ist in Spanien gewesen, hat dort studiert,den Umgang der bedeutenden maurischen und jüdischen Philosophengenossen, hat überhaupt ein freieres und schöneres Menschentumkennen gelernt, als es den unterdrückten deutschen Juden vergönntist. Aus Liebe ist er in die Heimat zurückgekehrt, um dort inGemeinschaft mit seiner Frau als ein Vorbild seiner Gemeinde zuleben. Er hält starr an den altjüdischen Grundsätzen und Gebräuchenfest, denn gerade weil er die Welt kennt, weiß er, daß es kein Heil