Gesundheit
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Katastrophe führen? Mit Grauen dachte der Dichter daran, daßer arbeitsunfähig werden könne. In tiefer Sorge fchrieb er seinemBruder: „Ich werde wahrscheinlich die Zahl jener edelsten undgrößten Männer Deutschlands vermehren, die mit gebrochenemHerzen und zerrissenem Rock ins Grab steigen." Aber mehr alsdas eigne Schicksal ängstigte ihn das seiner Frau. Selbst iu denBriefen an die Mutter, der er sonst jede Sorge verschwieg, konnteer diese Angst nicht unterdrücken. Was sollte im Fall seines Todesaus Mathilden bei ihrer Rat- und Hilflosigkeit werden? Sie ist „un-erfahren wie ein dreijähriges Kind", heißt es in einem seiner Briefe.
Der Dichter mußte Geld schaffen, die Schulden drängten. Für20505 Franken verkaufte er 1837 Campe das alleinige Recht,seine Schriften zu vertreiben, auf elf Jahre. Es war eine selbstfür die damalige Zeit lächerlich geringe Summe, aber Heine mußtesie annehmen und konnte auf die besseren Angebote, die zwei Stutt-garter Firmen ihm für eine Gesamtausgabe seiner Werke machten,nicht eingehen, da das Verlagsrecht der meisten noch für Jahrein Campes Händen war. Unter diesen Umständen mußte er mitdem bescheidnen Betrag zufrieden sein. Er reichte gerade aus, umdie Schulden zu decken. Aber Heine mußte sich weitere Einnahme-quellen erschließen. Seine Produktion stockte, so suchte er unteralten Beständen, was sich noch verwerten ließ. Er hat in derzweiten Hälfte der dreißiger Jahre sehr wenig Neues geschrieben, aberdesto mehr herausgegeben. Die beiden letzten Bände des „Salon"wurden zum größten Teil mit altem Material gefüllt, mit Frag-menten, die der Dichter in besserer Zeit begann, aber jetzt nichtimstande war, zu vollenden. Die Novellistik machte ihm kein Ver-gnügen, aber da ihm die politische Schriftstellern so erschwert wurde,warf er sich auf sie. Das „Buch der Lieder" erschien damals ineiner zweiten Auflage, aber es brachte dem Verfasser nur Ruhm,jedoch keinen Gewinn, da es seiner Zeit für fünfzig Louisdor endgültigin Campes Besitz übergegangen war. Der Dichter mußte sich aufBrotarbeiten stürzen, um Geld zu verdienen, wo er konnte. Füreine Stuttgarter Buchhandlung schrieb er eine Einleitung zu einer