Wirkung Mathildens
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die Leichtigkeit oder Leichtfertigkeit, mit der er die Ehre einesandern verletzt und die Kränkung wieder zurücknimmt. Das geschahnicht nur im Falle Wohl-Straus, sondern auch in dem des beschränkt-ehrlichen Venedey und vielen andern. Er denkt sich dabei kaumetwas Böses, er beteuert jedesmal seine Ehrlichkeit und Auf-richtigkeit; es fehlt ihm eben die Empfindung für die Ehre seinerMitmenschen. Er schimpfte und widerrief und meinte, daß damitalles in bester Ordnung sei. Es fehlt ihm auch die Achtung vordem eignen ausgesprochnen Wort. Was er schreibt, ist ihm nichtsHeiliges. Er kann es ja morgen wieder umstoßen, kann es wiederzurücknehmen. Es ist nicht der Ausdruck seiner Überzeugung, sonderner hat es geschrieben, weil seine Kasse einmal wieder einer Auf-frischung bedarf. Unter dieser Halbheit leidet aber seine Produktions-kraft. Die Feder fliegt ihm nicht mehr so gewandt über das Papier.Er muß sich nach neuen Hilfsquellen umsehen, um den Geldbedarfder verschwenderischen Frau zu befriedigen.
Er besaß einen Namen, der sich verwerten ließ, und daraufbaute er seine Pläne. Er wollte eine deutsche Zeitung in Parisgründen, teils um „viel Geld zu gewinnen", teils um „eineformidable Bastion aufzurichten, von wo aus ich meine Kanonenam besten spielen lassen kann". Der erste Gesichtspunkt überwog,denn schon in der vorbereitenden Korrespondenz erklärte sich Heinezu so großen Zugeständnissen bereit, daß seine Bastion nicht sehrformidabel ausfallen konnte. Ein Bekannter stellte ihm für dasUnternehmen 150000 Franken zur Verfügung, und ein andrerwvllte den Anzeigeteil für 50000 Franken jährlich pachten. Mitdiesen Beträgen ließ sich damals eine Zeitung größten Stiles be-treiben, vorausgesetzt, daß sie unbehinderten Eingang in Deutschlandhatte. Heine setzte alles in Bewegung, um die Erlaubnis für Preußenzu erlangen. Er erklärte nicht nur, daß er nie Republikaner gewesensei, sondern leistete sich auch eine Absage an den Liberalismus unddas konstitutionelle System. Er beteuerte, daß seine Sympathienin den Kölner Wirren, einem Vorspiel des Kulturkampfs, das überdie Frage der Mischehen ausgebrochen war und zur Verhaftung
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