Druckschrift 
Heinrich Heine
Entstehung
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XVI. Häusliche Sorgen

5 sberHeinrich Heine und die Frauen" ist viel geschrieben worden;'^'es mag auch sein, daß der Dichter in dem landläufigen Sinnedes Wortes viel geliebt, es mag sein, daß er viele Frauen be-sessen hat, aber Herzen hat er nicht erobert. Die Frau spielt inseinem Leben eine sehr geringe, die Sinnlichkeit eine um so größereRolle. Das Weib war ihm in der Hauptsache Genußmittel:Die Seele könnt ihr behalten,hah' selber Seele genung.

Wir wissen, daß er seine beiden Cousinen geliebt hat, und wirhaben in dem Fall der älteren keinen, im Fall der jüngeren geringenGrund, an der Aufrichtigkeit und Selbstlosigkeit seines Gefühleszu zweifeln. Rahel gewann einen großen Einfluß über Heine undin Paris ist nochmals eine geistig hochstehende Frau in sein Lebengetreten, die Prinzessin Christine von Belgiojoso. Sie war eineItalienerin, eine glühende Patriotin, die die Heimat verlassen hatte,um für die Befreiung ihres Vaterlandes zu wirken. Sie führte inParis und auf einer Besitzung nahe der Stadt ein gastfreies,reiches Haus, in dem Männer von Geist, Gelehrte, Politiker,Künstler, besonders aber politische Flüchtlinge stets gern gesehenwaren. Heine wurde von seinen französischen Freunden eingeführt.Er fühlte sich in dem Kreise sehr wohl, besonders war er entzücktvon der schönen Wirtin,dem vollkommensten Wesen, das er jeauf Erden gefunden".Jetzt weiß ich," erklärte er ihr,daß dasIdeal kein leerer Wahn ist, sondern daß die Wirklichkeit unserenhöchsten Träumen entspricht." Er selbst schrieb zwar an Laube, daßer nicht in die Prinzessin, diesesschönste und geistreichste Weib",verliebt sei, aber trotzdem scheint er zeitweilig gehofft zu haben,daß sie ihm mehr als eine Freundin werden könne. Das Glückwar ihm nicht vergönnt, er war, wie er selber schreibt,verdammt,nur das Niedrigste und Törichtste zu lieben".

Paris bot dem Dichter eine Fülle vonAmouren". Sie unter-