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Heinrich Heine
Entstehung
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436
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436 XV. Kämpfe

Und diesem Pedanten tritt der Dichter gegenüber. Ein wirksamererKontrast ließ sich nicht finden. Ist es der Dichter überhaupt, der Typusdes Dichters? Oder ist es Heinrich Heine? Der Gestalt hasten leiderzu viel persönliche Züge und Schlacken an. Sie ist nicht zur Allgemein-gültigkeit, nicht zur reinen Poesie erhoben. Deshalb spielt sich auch derKampf zwischen dem Dichter und dem Pedanten nicht in seinen ewigenFormen ab, sondern zwischen zwei kleinen Menschen, zwischen HeinrichHeine und Ludwig Börne. Trotz der vielen glücklichen Ansätze istdas Ganze über eine persönliche Streitschrift nicht hinausgekommen.Nicht das uralte Recht des Dichters auf Schönheit wird verteidigt,sondern die persönliche Haltung des Verfassers, der in der üblichenWeise mit seinem Exil kokettiert, der von deröden Werkeltags-gesinnung der modernen Puritaner" nichts will, der die Republikablehnt, weil sie nurauf Kosten der letzten Spuren der Schönheit"erkauft werden kann, und den es vor der Revolution ekelt, weilsie nicht in Festgewändern, sondern von schmutzigen Fäusten unterohrenbeleidigendem Gejohle und Tabaksqualm vor sich geht.

Der Dichter trägt immerdie Götter der Zukunft an Bordseines Schiffes", aber wenn dieser Dichter sich als Herr Heineaus Düffeldorf oder Hamburg vorstellt, so entsteht der Eindruck derRenommage. Es ist eine namenlose Überhebung, wenn er von denGegnern behauptet:Ob das, was ich überhaupt schuf in diesemLeben, gut oder schlecht war, darüber wollen wir nicht streiten.Genug, es war groß; ich merkte es an der schmerzlichen Erweiterungder Seele, woraus diese Schöpfungen hervorgingen ... und ichmerke es auch an der Kleinheit der Zwerge, die davor stehenund schwindlicht hinaufblinzeln. . . Ihr Blick reicht nicht bis zurSpitze, und sie stoßen sich nur die Nasen an dem Piedestal jenerMonumente, die ich in der Literatur Eurgpas aufgepflanzt habezum ewigen Ruhme des deutschen Geistes." Freilich muß Heinezugeben, daß diese herrlichen Monumente nicht ganz makellos sind.Aber hat nicht selbst der große Obelisk von Luxor, den man da-mals nach Paris versetzte, einige Skorpione mitgebracht? Warumsollte Heinrich Heine keine Schwächen haben?Im Stande der