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XV. Kämpfe
Auch im „Denunzianten" spottete er über diese braven Leute, aberschwächlichen Dichter. Den Kerner, Schwab, Mayer und Pfizerist manches recht hübsche Gedicht gelungen, aber ihre schulmäßigeHarmlosigkeit und Tugend forderten den Spott heraus.
Pfizer übernahm es, Heine zu antworten. Als Freund Menzelswar er erbittert, als guter, aber etwas unklarer Patriot durch dieGallomanie des Gegners gereizt, aber diese beiden Gefühle reichtennicht aus, um fünf Druckbogen in angemessener Weise zu füllen; sowiederholt er in endlosen Reden, daß Heine eine Jude und Franzosen-freund sei und in. dieser doppelten Eigenschaft das deutsche Volk zu-grunde richten wolle. Der Dichter leuchtete ihm und seinen schwäbischenGesinnungsgenossen in dem „Schwabenspiegel" (VII, 324) heim. Erzog darin einen scharfen Trennungsstrich zwischen Uhland undden kleineren Poeten am Neckarstrand und ließ sich vernünftiger-weise von Campe bestimmen, den Namen Mörikes, von dem er nochnichts gelesen hatte, wegzulassen. Die Entgegnung ist gewiß sehrwitzig, aber auch nicht mehr. Die Schwaben mögen sich gründlichgeärgert haben, und Heine hatte wieder die Lacher auf seiner Seite,aber auch nur die Lacher. Es war ja sein Verhängnis, daß sichdie Leute über seine glänzende, witzige Darstellung so vortrefflichamüsierten. Das Mißverhältnis trat dadurch immer deutlicherhervor, daß die Zeiten ernster geworden waren und daß die großenFragen der Gegenwart durch die besten Späße und die entzückendstenWitze nicht gelöst werden konnten. In all diesen Streitigkeitenzeigte es sich, daß der Dichter die Fühlung mit der Heimat ver-loren hatte. Die Freunde, besonders Laube, beschworen ihn, nachDeutschland zurückzukehren, um ein besseres Verständnis für dieherrschende Auffassung zu gewinnen.
Er selbst .mußte ihnen in der Sache recht geben. Seine Be-ziehungen zu Deutschland hatten sich stark gelockert. Seine besteFreundin Rahel war gestorben, der Briefwechsel mit Jmmermanneingeschlafen, der mit Varnhagen wurde immer dürftiger, Heine selbstmahnte seine Bekannten Detmold, Merckel, Christiani ihn überEreignisse und Stimmung in Norddeutschland auf dem laufenden