Die romantische Schule
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stand er, „der Artist", in seinem absoluten Künstlertum ebensofremd gegenüber. Seine Werke „zieren unser teueres Vaterland, wieschöne Statuen einen Garten zieren, aber es sind Statuen. Mankann sich darin verlieben, aber sie sind unfruchtbar: die GoetheschenDichtungen bringen nicht die That hervor wie die Schillerschen.Die That ist das Kind des Wortes, und die Goetheschen schönenWorte sind kinderlos. Das ist der Fluch alles dessen, was bloßdurch die Kunst entstanden ist. Die Statue, die der Pygmalionverfertigt, war ein schönes Weib, sogar der Meister verliebte sichdarin, sie wurde lebendig unter seinen Küssen, aber soviel wirwissen, hat sie nie Kinder bekommen."
Goethes Wirken in der Gesamtheit wird als unheilvoll ab-gelehnt, weil er das Jahrhundert in den Bann der Kunst zog undder wirklichen Welt entfremdete, der „doch der Vorrang vor derKunst gebührt". Denselben Vorwurf machten Menzel und Börnedem großen Dichter, Heine unterscheidet sich von ihnen nur dadurch,daß er Goethe als Künstler anerkennt. Als Menschen aber verwirfter ihn wie jene. Er stellt die neueste Literatur als einen Gegensatzzu Goethe dar: „Freilich es traten unterdessen einige Dichter aufden Schauplatz, die an Kraft und Phantasie diesem nicht viel nach-gaben; aber sie erkannten ihn aus Kourtoisie als ihr Oberhaupt,sie umgaben ihn huldigend, sie küßten ihm die Hand, sie knietenvor ihm; diese Granden des Parnassus unterschieden sich jedochvon der großen Menge dadurch, daß sie auch in Goethes Gegen-wart ihren Lorbeerkranz auf dem Haupte behalten durften." Daniitist die Entwicklung bis zur Gegenwart geführt, denn diese Dichter,die Goethe „nicht viel nachgaben", sind die neuen Männer der demo-kratischen, aus dem Leben geborenen Kunstrichtung, und unter ihnen,wenn es auch nicht ausgesprochen wird, an erster Stelle Heine.
Alan wird anerkennen, daß der Verfasser den leitenden Ge-danken seiner Arbeit klar durchgeführt hat, wenn auch unter An-wendung von Gewalt. Die Entwicklung wird auf ein Prokrustes-bett gespannt. Für Herder z. B. ist kein Raum in dem System,und so heißt es von ihm, daß er „einen ganz einsamen Platz ein-