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Heinrich Heine
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XIV, Im journalistischen Dienst

satz zwischen der spiritualistischen und sensualistischen Weltanschauung,zwischen Nazarenern und Hellenen. Die ganze Weltgeschichte stelltsich als ein Ringen zwischen den beiden Geistesrichtungen dar, vondenen die eine die klassische, antike, die andre die christlich-roman-tische Kunst erzeugt. Die eine ist identisch mit dem Darzustellenden,der Künstler geht völlig in dem Objekt ans; die andre dagegenbetrachtet das Objekt nur als den Träger der Idee. Was siedarstellt, ist nicht das Objekt, sondern der Gedanke, den das Objektverkörpert.Die klassische Kunst hatte nur das Endliche darzustellenund ihre Gestalten konnten identisch sein mit der Idee des Künstlers;die romantische Kunst hatte das Unendliche und lauter spiritualistischeBeziehungen darzustellen oder vielmehr anzudeuten." Der Sieg desChristentums über die olympischen Götter entschied auch den Siegdes Spiritualismus. Das christlich-katholische Mittelalter ist dieZeit der asketischsten Sinnenseindschaft. Mit der Renaissance beginntdie Reaktion des Sensualismus, Lessing ist der Befreier Deutsch-lands von der Geistesknechtschaft, und an ihn schließt sich die neuedeutsche Literatur an, die aber, soweit ihr zeitlicher Ausdruck inFrage kommt, weniger durch Goethe als durch Wieland und Jfflandrepräsentiert wird. Die Romantik ist eine bewußte Rückkehr zu demmittelalterlichen Spiritualismus, und mit dem Siege über Napoleontriumphierte auch definitiv die volkstümlich-germanisch-christlich-romantische Schule, die neudeutsch-religiös-patriotische Kunst", derenwichtigste Vertreter sich entweder einem frömmelnden Pietismusergaben oder sogar katholisch wurden. Der bedeutendste Gegnerder Romantik ist Johann Heinrich Voß. Übersetzte Schlegeldie Dichter des Mittelalters Shakespeare und Calderou, so ver-deutschte er den Homer und Horaz, um der klassischen Anschauungzum Erfolg zu verhelfen. Goethe dagegenhat damals eine sehrzweideutige Rolle gespielt". Im Gegensatz zu Schiller, dereinehrlicher Mann" war undfür die großen Ideen der Revolutionschrieb", schüttelte Goethe die Romantiker erst ab, als sie ihmpersönlich unangenehm wurden. Ihr christlicher Enthusiasmus warihm fatal, aber dem philosophischen Enthusiasmus unserer Zeit