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XIV. Im jvnrnalistischen Dienst
dereinst das deutsche, nur mit dem Unterschied, daß Heine jetzt einMann von vierzig Jahren war und nicht mehr die Kraft besaß,neue Götter an Stelle der alten zu setzen. Er wurde blasiert unddiese Blasiertheit ist die Grundstimmnng der „Briefe über die Bühne".Heine ist sehr klug geworden, aber auch sehr arm. Die „groß-mütigen, aber irrigen Anforderungen" der Saint-Simonisten lehnter überlegen ab und das vergötterte Empire kommt ihm jetzt wie„ein Branntweinrausch" vor mit „Ehrenkreuzen, Epauletten, aon-tribut-ions volonwirss, spanischen Gemälden und Herzogtümernin vollen Zügen".
Seine kulturhistorischen Schriften bezeichnete er in einem Briefan den Freund Merckel als „Vorstudien zu einer Geschichte derGegenwart" und er sprach dort die Hoffnung, allerdings in einemironischen Tone aus, dereinst ein großer Historiker zu werden. DenWert von Vorstudien besitzen die Schriften sicher, mehr aber läßtsich von denen, die sich mit Frankreich befassen, nicht sagen. GrößereBedeutung kommt denen über Deutschland zu. Im deutschen Geistes-leben war Heine ganz anders zu Hause als im französischen, hierwar er nicht auf Tagesnotizeu und Großstadteindrücke angewiesen,sondern er kannte es von Grund auf, er hatte es selber mitgelebt,ja er war ein wichtiges Stück davon. Den Franzosen vermochteer über Deutschland viel besseren Aufschluß zu geben als denDeutschen über Frankreich. Die „Romautische Schule" und die„Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland" besitzeneinen weit höhereu sachlichen Wert als die bisher besprochenenSchriften. Sie sind trotz aller Irrtümer noch heute lesenswert,ein bewundernswürdiger Versuch, sich selbst und die eigne Zeithistorisch zu begreifen.
Heine hegte schon bei seiner Ankunft in Paris den dringendenWunsch, als französischer Schriftsteller aufzutreten. Es ist unmöglich,in zwei Sprachen produktiv tätig zu sein, es ist daher kein Vorwurf,sondern eher ein Lob für unfern Dichter, daß er das Französischenicht so beherrschte, um darin zu schreiben oder seinen eignenÜbersetzer zu spielen. Er selbst hat freilich gern mit seiner vollen