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Heinrich Heine
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XIV. J»l journalistischen Dienst

dem Dichter noch weniger und er bekämpft ihn mit allen von denRepublikanern geborgten Waffen. Er gibt zu, daß der neue Monarchdie Fesseln des Adels abgestreift habe, dafür aber trage er dasJoch der Geldleute, und selbst „in dem Boudoir einer galantenDame ist noch mehr Ehre zu finden als in dem Comptoir einesBankiers". Das verhindert Heine aber nicht, kurz darauf einLoblied auf Rothschild anzustimmen, den die Liberalen aller Länderals den Schlüsselgewaltigen der Reaktion verachteten. Die TatenLouis Philipps werden sowie seine eigene Person ins Lächerlichegezogen, jede Maßregel zur Beruhigung und Konsolidierung desLandes als Verrat an der Freiheit gebrandmarkt. Dem Bürger-könig wird vorgeworfen, daß er Frankreich erniedrige, um dieBörsenkurse zu heben. „Noch nie stand Frankreich so tief in denAugen des Auslandes", klagt der Dichter, und „alle Beleidigungen,die es erdulden mußte", setzt er auf Rechnung des Königs. DerVorwurf war im Munde der Bonapartisten, die die „Gloire" desKaiserreiches vermißten, begreiflich; ein Anhänger Saint-Simons,auf dessen Programm die Völkerverbrüderung und das Ende desNationalismus stand, durfte ihn sich nicht aneignen. Aber Heinewollte das Bürgerkönigtum herabsetzen, vielleicht ihm sogar äußereSchwierigkeiten bereiten und es in den Kampf gegen die konser-vativen Mächte Hetzen. Deshalb nahm er wahllos alles auf, wassich zur Schürung der Unzufriedenheit und als Waffe gegen diebestehenden Zustände in Frankreich verwenden ließ. Wie er einstein abstraktes Deutschland geliebt, das konkrete Preußen aber gehaßthatte, so vergötterte er jetzt das ideale französische Volk, tadelte aberalles Bestehende und lobte nur die paar Menschen, die ihm persönlichnahestanden oder die ihm wie die Republikaner Furcht einjagten.Die Berichte aus Paris sind nicht erfreulich. Sie sind nicht nurJournalistenarbeit, sondern es spricht aus ihnen auch eineJournalistenseele, und zwar eine Journalistenseele im übelstenSinne des Wortes.

Der Unterschied zlvischen Journalismus und Dichtung bestehtdarin, daß der eine durch den Stoff, die andre durch die Form