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XIV. Ii» journalistische» Dienst
gestaltung in dem Gefühl, in der Religion, suchen. Saint-Simonwollte eine Religion der Arbeit stiften. Hatte man bisher die Arbeitals einen Fluch der Menschheit betrachtet, so sollte sie jetzt ihrhöchstes Glück werden, ja das Heiligste, was sie besaß. Wer ar-beitete, der schuf nicht nur zum eignen Vorteil, sondern zum Wohleder Allgemeinheit, er wurde durch die Arbeit gottähnlich und heiligtesich selbst durch Tätigkeit. Was diese „heilige Arbeit" aber hervor-bringen konnte, das waren nur materielle Güter, die in der Schätzungdes bisherigen Christentums eine untergeordnete, ja sogar ver-werfliche Rolle spielten im Verhältnis zu den geistigen Gütern.Diesen Unterschied verwarf Saint-Simon, es gibt nach ihm keinenGegensatz zwischen materiellen und geistigen Gütern, von denendie einen des Teufels, die andern Gottes sind. Der Urgrund allerDinge, Gott selbst, ist nicht reiner Geist, sondern er ist die gesamteSchöpfung, er ist Stoff und Geist zugleich. Alles Geschaffene istdaher göttlich, der Leib nicht minder als die Seele. Der Menschverstößt also nicht gegen seine göttliche Natur, er entwürdigt denGeist nicht, wenn er sich den leiblichen Trieben überläßt und dieweltlichen Freuden genießt, sondern durch den Genuß erfüllt erseine gottgewollte Bestimmung. „Heiligt euch durch Arbeit undVergnügen!"
Das ist die „Rehabilitation des Fleisches oder der Materie",der Sinn des berühmten Schlagworts, das so viel Staub auf-wirbeln sollte. Die Saint-Simonistische Theorie dachte nicht an eineFreigabe der ungezügelten Sinnlichkeit, sondern sie stellte nur demspiritualen Monismus des Christentumes. ihren Dualismus, demOisu ssprib ihren Oisu S8prit, st matisi'ö gegenüber. In derPraxis freilich war die Grenze dieser Emanzipation des Fleischesschwer zu ziehen, und gerade sie hat bald zu Spaltungen unterden Saint-Simonisten und zum Untergang der Schule geführt.Der Glaube an die Güte des Diesseits und an den dauerndenFortschritt der Menschheit steht im Mittelpunkt ihrer Lehre. Durchsie wird die Freude am und das Recht auf Genuß begründet,das jeder gottähnlichen Kreatur zusteht. Die Industrialisierung der