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XIII, In Paris
Julisonne; die Wangen der schönen Lntetia waren noch rot vonden Flammenküssen der Sonne und an ihrer Brust war noch nichtganz verwelkt der bräutliche Blumenstrauß, An den Straßeneckenwaren freilich hie und da die Uiborts, Üsalito, Uratornitö schonwieder abgewischt. Die Flitterwochen vergehen schnell." Der Gegen-satz zu dem langweiligen, öden, nur auf Erwerb bedachten Ham-burg war - überwältigend. In Paris fand Heine das schäumendeLeben, den bunten Wechsel der Ereignisse, die Fülle der Reize, diesein Lebenselement waren. „Hier ertrinke ich" — schrieb er baldnach seiner Ankunft an das Ehepaar Varnhagen — im „Strudelder Begebenheiten, der Tageswellen, der brausenden Revolution; —obendrein bestehe ich jetzt ganz aus Phosphor, und während ichin einem wilden Menschenmeere ertrinke — verbrenne ich auch durchmeine eigene Natur." Man darf annehmen, daß er den Becher derPariser Freuden, der edelsten wie der gemeinsten, bis zur Hefe aus-kostete. Seine innerste Natur war wie die Ariosts auf den Lebens-genuß gerichtet. Zeit und Umstände, die ihm bisher an der Tafeldes Genusses nur einen bescheidenen Platz vergönnt, hatten ihnin den Kampf gegen die getrieben, die die besten Sitze einnahmen,aber dadurch wurde aus dem Epikuräer kein Stoiker, aus demSpötter kein Mann der Idee. Das Ziel seines Ringens war, wennman es frei von der Selbsttäuschung betrachtet, in der er selbst not-wendigerweise befangen war, nicht der Sieg eines Prinzips, sondernder eigene Lebensgenuß. Paris bot ihm das, was ihm die Heimatversagt hatte, und Heine genoß in vollen Zügen, wie eben nur einMensch genießen kann, der die edelsten Gaben des Geistes in denDienst des Lebensgenusses zu stellen vermag. Er durchstreifte dieMuseen, begeisterte sich für die Sammlungen des Lonvre, ließ sichdie Schätze der Bibliothek zeigen, besuchte Theater und Konzerte,aber er speiste auch mit Behagen in den eleganten Restaurants underfreute sich an dem Nachtleben, dem weder das damalige Londongeschweige Berlin etwas Ähnliches an die Seite setzen konnte.„Zwischen zwölf und ein Uhr rauscht noch das lebendigste Lebenin den Gassen von Paris, in der Oper klingt eben dann das