Aussichten in Hamburg
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Zeitung" eine Notiz lanzieren, daß man in Berlin der Wahl einebesondere Wichtigkeit beilege und daß man Heines Ernennung alsein Begreifen der populären Bedürfnisse betrachten würde. DerDichter hielt sogar eine Andeutung für zweckmäßig, daß man seineWahl als einen Verlust für sein engeres Vaterland Preußen be-dauere. Den Hamburgern sollte der Mund wässrig gemacht werden.Zugleich wies er den Freund auf alle seine Pressebeziehungen hin,selbst auf Rousseau und Moser, obgleich er sich mit dem einenseit langem überworfen hatte und dem andern im Begriff stand,die Freundschaft zu kündigen. Er setzte alle Mittel in Bewegung.„Die Sache ist für meine Privatinteressen sehr wichtig", erklärteer Varnhagen. Trotz aller Bemühungen wurde er nicht gewählt,sondern ein Jünger Hugos, ein „Hanptheld der mikroskopisch unter-suchenden historischen Juristenschule".
Heine hätte vermutlich als Ratschreiber so wenig ausgeharrtwie als Redakteur bei Cotta. Sein Ruhebedürfnis wäre wahr-scheinlich geschwunden, sobald er die ersehnte Ruhe gefunden. Auchdarin glich er Ariost, der beständig um ein Amt und nach einerbehaglichen Häuslichkeit jammerte, und als er beide Ziele erreichte,froh war, daß er die Stellung aufgeben, die Häuslichkeit durchReisen unterbrechen konnte. Man wird behaupten dürfen, daßHeine nicht die richtigen Wege einschlug und sich niemals ernstlichbemühte,- eine Anstellung zu erhalten, aber einen Vorwurf wirdihm nur der daraus machen, der ihm vorwirft, daß er ein Dichterwar., Nur unter dem Zwang der Verhältnisse suchte er eine Neben-beschäftigung, widerwillig verstand er sich zu einem Erwerb, gegenden sich seine Künstlernatur auflehnte. Das Amt sollte ihm nurMittel zum Zweck sein und ihm nur die Möglichkeit geben, unab-hängig zu dichten. Von seinen Honoraren konnte er nicht leben,er war nicht praktisch, er selbst klagte „seinen brutalen aristokratischenStolz" an, der unausrottbar in seinem Herzen wurzelte, der „ihmVerachtung gegen den Jndustrialismus einflüsterte und zu denvornehmsten Schlechtigkeiten verleiten könnte". Der Dichter hätteviel mehr aus seinen Werken herausschlagen können, aber er war