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XII, Die Julirevolution
Spiel dieser verspäteten Lyrik bringt der Prolog der Sammlungzum Ausdruck:
Ju Geinälde-Galerieensiehst du oft das Bild des Manns,der zum Kampfe wollte ziehen,wohlbewehrt mit Schild und Lauz',
Doch ihn necken Amoretten,rauben Lanze ihm und Schwert,binden ihn mit Blumenketten,wie er auch sich mürrisch wehrt.
So, in holden Hindernissen,wind' ich mich mit Lust und Leid,während andre kämpfen müssenin dem großen Kampf der Zeit, (I, 203,)
Dieses Gedicht ist aus der damaligen Situation geschrieben, dieandern Lieder stammen überwiegend aus früheren Jahren, undselbst die, die nach des Dichters eigenen Angaben erst 1830 ver-faßt sind, greifen in ihrer Stimmung zumeist auf eine frühere Zeitzurück. Sie fügen dem Bilde Heines als Lyriker keinen neuen Zughinzu und unterscheiden sich von seinen älteren Gedichten nur durcheine leichte Schattierung. Es ist von Interesse, daß der BruchHeines mit der Poesie nicht so gründlich war, wie man nach seinenBriefen aus den letzten Jahren annehmen mußte, aber nicht dieseverspätete Lyrik, sondern die politischen Schriften entschieden.seinSchicksal. Die Poesie war damals für ihn nur eine „schöne Neben-sache"; die Besprechung des „Neuen Frühling" verbleibt daherbesser für später ini Zusammenhang mit der gesamten Lyrik nachdem „Buch der Lieder".
Ju einer dritten kleinen Schrift nahm Heine Stellung zurTagespolitik nach Ausbruch der Julirevolution. Ein dänischer Grafvon Moltke hatte im Jahre 1830 ein Buch „über den Adel unddessen Verhältnis zum Bürgerstande" geschrieben. Seine Verteidigungder Vorrechte der Geburtsaristokratie trat ein bis dahin unbekannterSchriftsteller Robert Wesselhöft in einer Schrift „Kahldorf über denAdel" entgegen, zu der Heine eine Einleitung (VII, 280) verfaßte. Es