Die Stadt Lucca
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Sachsen gedruckt, in der irrigen Annahme, daß dort die Zensuraufgehoben sei. Sie existierte aber noch für alle Drucksachen unterzwanzig Bogen, und so war der Dichter gezwungen, einige Arieneinzulegen und ein Finale zu schreiben, um das Buch auf den erforder-lichen Umfang zu bringen, der es vor der Mißhandlung der Zensurbewahrte. Und daran war ihm diesmal besonders viel gelegen,denn dieser Nachtrag sollte das Siegel auf die bisherigen Reise-bilder drücken. Er sollte das Politische Programm des Dichterszusammenfassen, indem er neben dem Rückblick auf die üble Ver-gangenheit vor der Revolution einen hoffnungsvollen Ausblickin die Zukunft nach der Revolution enthielt, er sollte Zeugnisablegen von dem großen Umschwung, der durch die Befreiungeingetreten war. Dieser Gedankengang erlaubte es dem Dichter,Altes und Neiles zusammenzustellen. In der ersten Hälfte desBandes, der „Stadt Lucca" (III, 379), stammen die einleitendenKapitel aus früherer Zeit, alles übrige wurde erst unter dem Ein-druck der Julirevolution geschrieben, die zweite Hälfte dagegen,die „Englischen Fragmente" (III, 433), waren zum größten Teilschon 1828 verfaßt und sogar in den „Politischen Annalen"schon veröffentlicht worden. Erst das neue Schlußwort setzte siemit den Ereignissen der Gegenwart in Verbindung. Heine legtenaturgemäß den größeren Wert auf die „Stadt Lucca", und nurdiesen Teil des Werkes durfte er mit Recht als den „Abschlußeiner Lebensperiode bezeichnen, die zugleich mit dem Abschluß einerWeltperiode zusammentraf".
Er selbst hat in dem Vorwort darauf hingewiesen, daß das neueWerk sich unmittelbar an die „Bäder von Lucca" anschließt. Nur derSchauplatz ist verändert, er ist aus dem Bad nach der Stadt gleichenNamens verlegt. Der Verfasser selbst macht den kleinen Spaziergangund als echter Romantiker, der er noch immer ist, wandelt er nichtden Weg der „gewöhnlichen Landstraßenmenschen", sondern seineneignen Pfad, auf dem er mit klugen Eidechsen und stolzen AdlernZwiesprache halten kann. Nirgends stören ihn „Philistergesichter",sein Italien ist noch immer das gelobte Land der Romantik. Von der
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