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XII. Die Julirevolution
„Reisebilder", deren zweite Auflage damals in Vorbereitung war,und nicht auf den vierten Band dieses Werkes, mit dem ihn, wieer spöttisch bemerkte, sein Genius bedrohte. Er trug sich damalsauch mit dem Gedanken, an dem Freiherrn von Rumohr, demFreunde Platens, und dem Hamburger Professor Ulrich, der die„Bäder von Lucca" aufs schärfste geschmäht hatte und, um Heinezu ärgern, den „Romantischen Ödipus" sogar mit seinen Pri-manern in der Schule las, persönliche Rache zu nehmen. „Siestehen beide schon ans der schrecklichen Liste." Glücklicherweisekamen diese Pläne nicht zur Ausführung. Der Dichter hätte denRest von Ansehen, den er noch besaß, vernichtet, wenn er nachPlaten die Plateniden in ähnlicher unfeiner Weise abgeschlachtethätte. Er fühlte wohl, daß ihre Gesellschaft zu niedrig für ihnstand. Weder aus diesen noch den größern politischen Plänen istetwas geworden. Seine politische Voreingenommenheit spielte ihmüberhaupt sonderbare Streiche. Der Freiherr von Gaudy, einliebenswürdiges Talent und unter den Heinenachahmern einer dergeschicktesten und selbständigsten, sandte dem Dichter seine Gedichtemit einer bewundernden Zuschrift. Heine antwortete dem Aristo-kraten, indem er ihn über feine Stellung zu dem Kampf mit Platenund über den Adel inquisrierte, und mußte sich zu seiner Be-schämung von einem bescheidenen preußischen Offizier und hingeben-den Verehrer darlegen lassen, daß ein „Aristokrat durch Geburtund Grundsätze" als Mensch ebenso hoch stehen könne als derüberzeugteste Demokrat.
Ende Juni siedelte der Dichter nach Helgoland über, umsich auf dem Eiland inmitten des geliebten Meeres völlig zu er-holen. Er war noch sehr gedrückter Stimmung. In der Ein-samkeit hatte er sich darauf besonnen, daß er doch ein Dichter sei,für den es bessere Arbeit gebe als den politischen Guerillakrieg,den er seit mehreren Jahren führte. Er empfand es als Ironie,daß er berufen sei, seine Mitmenschen aus der Behaglichkeit desGefühlslebens aufzuscheuchen. „Ich, der ich mich am liebsten da-mit beschäftige, Wolkenzüge zu beobachten, metrischen Wortzauber zu