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Heinrich Heine
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XI. Der Kampf gegen Platen

Nimmermann seine neuerste, vom Verstand abgelehnte Tragödiemit den Worten widmet:

Dies sing' ich dir, mein Heine, Samen Abrahams!

Chor.

Er stirbt nnd wimmernd fleht er schon Freund Hein herbei!

Publikum.

Du irrst, er ruft Freund Hein ja nicht, den herrlichenPetrark des Lauberhiittenfests beschwört er bloß.

Nimmermann.

Du bist der ersten Dichter einer, sagst du selbst!

Publikum.

Wahr ist's, in einem Liedelein behauptet er's;doch keiner glaubt's, wic's immer bei Propheten geht.

Nimmermann.

Welch einen Anlauf nimmst du, Synagogenstolz!

Publikum.

Gewiß, es ist dein Busenfreund des sterblichenGeschlechts der Menschen Allerunverschämtester.

Nimmermann.

Sein Freund, ich biu's; doch möcht' ich nicht sein Liebchen sein,denn seine Küsse sondern ab Knoblauchsgeruch.

Publikum.

Drum führt er sein Riechfläschcheu auch beständig mit.

Nim mermann.

Mein Heine! Sind wir beide nicht ein paar Genies?

Die Angegriffenen konnten nicht schweigen. Der rasch schreibendeJmmermann war als erster auf dem Platz mit einer ErwiderungDer im Irrgarten der Metrik umhertaumelnde Kavalier. Eineliterarische Tragödie." Sie besteht aus einer kurzen Abhandlung inProsa undzweiundzwanzig Sonetten und Trochäen". Jmmermannist natürlich so ungerecht gegen Platen wie dieser gegen ihn. Erverweist ihm seine Einbildung, vergleicht seine Stücke selbstverständ-lich zu ihren Ungunsten mit denen Aristophanes' und Tiecks undstellt ihm ein baldiges Versagen seiner Poesie in Aussicht. DieEntgegnung war schwach, und noch schwächer sind die beigefügtenSonette und Trochäen. Es war ein Mißgriff Jmmermanns, Platen