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Heinrich Heine
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X, Auf Wanderschaft

die er zu übernehmen hatte, waren äußerst gering. Er sollte inGemeinschaft mit dem erfahrenen Journalisten Lindner die Leitungder „Politischen Annalen" führen, versprach für jedes Heft dieserZeitschrift einen eignen Aufsatz zu liefern und außerdem die andernCottaschen Blätter, das „Ausland" und das „Morgenblatt", dessenRedaktion durch den vorzeitigen Tod des hochbegabten WilhelmHauff verwaist war, mit Beiträgen zu bedenken. Er brauchtesich nur für ein halbes Jahr bis zum 1. Juli 1828 zu bindenund erhielt dafür ein Honorar von hundert Karolin, also etwazweitausend Goldmark, eine für die damalige Zeit außerordentlichhohe Vergütung. Der Dichter selbst fühlte, daß seine Leistungendamit mehr als bezahlt waren, er war Cotta dankbar und hatihm diese Dankbarkeit stets bewahrt. Nach dessen Tode schrieb er demSohne: „Da tritt oft vor meine Seele das Bild Ihres seligen Vaters,des wackern würdigen Mannes, der mit der vielseitigsten deutschenAusbildung einen in Deutschland seltenen praktischen Sinn verband,der so brav und so ehrenfest war, auch so höflich, ja hofmännischhöflich, so vorurteilsfrei, so weitsichtig, und der bei seinen großenVerdiensten um die geistigen wie materiellen Interessen des Vater-landes dennoch von einer so rührenden Bescheidenheit war, wieman sie nur bei alten braven Soldaten zu finden pflegt. Das warein Mann. Der hatte die Hand über die ganze Welt! so ungefähr,glaube ich, äußert sich der Schneider Jetter über Karl V. in GoethesEgmont." — Heine war durch Campe nicht verwöhnt, und wenner die kleinliche Knickrigkeit seines Hamburger Verlegers mit der Groß-zügigkeit des Münchner verglich, so konnte es nicht fehlen, daß erscharfen Tadel für den einen, hohe Anerkennung für den andern fand.

Die Berufung Heines an die Spitze eines großen Journals istauch nur aus den Anschauungen der Zeit und ihrem unbedingtenGlauben an die Macht der Persönlichkeit zu verstehen. Nach unserenBegriffen fehlte ihm jede Befähigung dazu und jede Vorbildung.Er selbst gestand Cotta ganz offen, daß weder seine politischenKenntnisse ausreichten noch seine Schreibart dafür geeignet sei. Erbesaß nicht die geringste Einsicht in das Wirtschaftsleben des Volkes