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X. Auf Wanderschaft
mit diesem Laiide der Industrie und des Geschäftes zu befreunden.„Schickt einen Philosophen nach England, aber keinen Dichter." AlsDichter fühlte er sich in diesem überhasteten Treiben nicht wohl,dies ganze Leben kam ihm wie ein großer Mechanismus vor, wieeine riesenhafte Maschine ohne Seele. Es erging ihm wie seinemVorläufer Tieck. Das Land des rastlosen Gelderwerbes stieß ihnab, ein Schauder packte ihn, wie er ihn später bei den ersten An-zeichen des Kommunismus empfand. Er stand vor einer entgöttertwWelt und er fürchtete, daß dieses die Welt der Zukunft sei. Heinehat offenbar keinen Zutritt zu der guten englischen Gesellschaftgehabt, die Empfehlungen des Onkels erschlossen ihm im bestenFall einige Häufer der internationalen Finanzwelt, aber mit dengeistigen Größen Londons hat er keine Verbindung gehabt. Soblieb er auf Zufallsbekanutschaften angewiesen, die offenbar nichtdie besten waren und nicht über die Mittelklasse hinausgingen.Denn alle die Fehler, die Beschränktheit, die Unliebenswürdigkeit,die Überhebung über alles Fremde und die Abneigung gegen dasAusländische, die Heine als typisch für den „Engländer" bezeichnet,sind Eigenschaften des engherzigen, Puritanischen Bürgertums, dasnoch heute existiert, wenn es auch seit der Regierung Eduards VII.nicht mehr den Ton angibt und zum mindesten in London durchdas internationale Element zurückgedrängt ist. Dieser Engländergefiel Heine in keiner Weise, besser sagten ihm die Frauen zu, undes fehlte ihm auch nicht an entgegenkommenden Damen, die demdamals gut bemittelten Fremdling die Zeit aufs angenehmste ver-trieben. In eine echt englische Familie ist er offenbar nicht gekommen,und auch das zweite Heim des Engländers, einen der großen Klubs,in denen die Geschicke des Landes mehr als im Unter- und Ober-haus entschieden werden, hat er nicht kennen gelernt. Vom englischenLeben sah er nur die Außenseite. Er besuchte die Sehenswürdig-keiten, die Theater und die Parlamentsverhandlungen. Begeistertlauschte er den Worten Cannings. Beschämt verglich er die lang-weiligen Reden in den süddeutschen Kammern mit den lebendigenVerhandlungen im Nuterhaus, aber sie erschlossen ihm nicht den